12.04.2018 - 20:48 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Jugendamt, Gesundheitsamt und Kriminalpolizei informieren zum Thema Jugendschutz und ... "Unkenntnis schützt im Ernstfall nicht"

Kummer, Ärger und Stress sind nur einige Gründe für übermäßigen Alkoholkonsum. Besonderer Schutz gilt hierbei für Jugendliche. Für die Einhaltung der Verordnungen und Gesetze haben Veranstalter von Festen viele Aufgaben. Daher luden Kreisjugendamt, Gesundheitsamt und Kriminalpolizei Weiden zur Informationsveranstaltung "Vom Starkbierfest bis zur Maiandacht" ins "Seenario" ein. Knapp 100 Gäste schauten laut Pressemitteilung der Organisatoren vorbei.

von Externer BeitragProfil

Jugendpflegerin Sabine Frank führte in das Thema ein und erklärte die Hintergründe der Begrenzung von Alkoholkonsum im jugendlichen Alter. So leide beispielsweise die Gehirnentwicklung beim Alkoholismus in jungen Jahren enorm. Unfälle und Gewaltdelikte nähmen unter Alkoholeinfluss aber auch altersunabhängig stark zu. Daher sollten unter anderem Trinkgelegenheiten für Jugendliche in der Öffentlichkeit begrenzt werden, um Missbräuche zu verhindern. "Das Jugendschutzgesetz dient hierbei als Richtschnur für die jungen Leute, Eltern und Veranstalter", erläuterte Frank. Zudem verwies sie darauf, dass es "risikoarmen Alkoholkonsum im Jugendalter nie gibt". Gründe für reichlichen Alkoholkonsum seien oft die daraus erhofften Wirkungen wie der Abbau von Hemmungen oder Gefühlsbewältigung. Trinkfestigkeit stünde auch heute leider noch häufig für Männlichkeit und Stärke.

Deshalb sei eine gute Vorbereitung und umfassende Kenntnis über die Regelungen für die Verantwortlichen bei Festivitäten bereits im Vorfeld das A und O. "Unkenntnis schützt im Ernstfall nicht", betonte Andrea Neumeier von der Kriminalpolizei Weiden. "Der Veranstalter wird im Falle des Falles gnaden- und schonungslos zur Verantwortung gezogen."

Das Jugendschutzgesetz sei nicht nur auszuhängen, sondern auch strikt einzuhalten. Gleiches gelte für die Auflagen der Ordnungsämter und Gemeinden. Dabei handle es sich immer um Mindestanforderungen, die bei Veranstaltungen einzuhalten seien. "Mindestens ein alkoholfreies Getränk muss mindestens genauso günstig angeboten werden wie das günstigste alkoholische Getränk." Dabei beziehe man sich auf den Preis pro Liter. Zudem müsse der Veranstalter einen Jugendschutzverantwortlichen benennen. Unabhängig etwaiger Auflagen empfehle es sich, den Barbereich sichtbar abzutrennen und dessen Zugang zu überwachen. Wenn nötig und nicht anders vorgeschrieben, könne der Sicherheitsdienst auch von ehrenamtlichen Ordnern übernommen werden. Sowohl diese als auch jene Personen, die mit dem Alkoholausschank betraut sind, müssten sorgfältig auf deren persönliche Eignung hin ausgewählt werden.

Zum Veranstaltungsbereich würden auch nahe gelegene Parkplätze und das nähere Umfeld, die ebenfalls mit beaufsichtigt werden müssten, zählen.

"Die Verantwortung bleibe generell beim Veranstalter und den Verantwortlichen selbst", wusste Neumeier. Meist könnten durch gewissenhafte Planung im Vorfeld schon viele Risiken ausgeschlossen werden.

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