Könige kaufen bei Mehler

Der König und die Königin der Niederlande auf dem Weg zur Parlamentseröffnung. Die Livres der Begleiter sind aus Mehler-Tuchen gefertigt. Bilder (2): hfz
Vermischtes
Tirschenreuth
02.12.2016
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"Meistens wissen wir gar nicht, was aus unseren Stoffen wird", sagt Firmenchef Paulus Mehler. Dabei tragen Bedienstete von Königshäusern, Offiziere der Bundeswehr und Hollywood-Schauspieler die edlen Tuche aus Tirschenreuth.

Rot und Blau sind die Stoffe, die in sechs bis acht Wochen an das niederländische Königshaus gehen. Genau gesagt "Nassaublauw" und "Ponceaurood". Das reicht dann wieder für etwa 7 bis 10 Jahre für die Prunkuniformen der Begleiter des niederländischen Königspaares bei offiziellen Anlässen.

Meist über Vertreter

Seit mindestens 20 Jahren steht die noble Adresse in der Kundenkartei der Tuchfabrik Mehler. Der jeweilige Haus- und Hofschneider ist derjenige, der alles was er für die ganz speziellen Uniformen braucht, auf dem Markt zusammenträgt. Den Grundstoff dafür bezieht er von Mehler. Nicht direkt, das geht meistens über Vertreter, in dem ganz speziellen Fall ist der holländische Generalvertreter von Mehler der Mittelsmann zwischen Königshaus und der Firma in Tirschenreuth.

Die Tuchfabrik Mehler wirbt damit, dass sie ein riesiges Lager an edlen Tuchen vorhält und somit äußerst schnell auf Spezialwünsche reagieren kann. Nicht so im Falle des Königshauses. "Nassaublauw und Ponceaurood sind zwei Farben, die nur dorthin geliefert werden", erklärt Firmenchef Paulus Mehler. Nur in der Färberei sind die Musterkarten vorhanden, die jeweils einige wenige kleine Stoffe des Originals beinhalten und natürlich das Rezept, damit auch genau diese Farben herauskommen.

Wenn, dann Zufall

Mehlers Generalvertreter hat vor kurzem zwei Fotos geschickt, die die uniformierten Begleiter des Königspaares auf dem Weg zur Parlamentseröffnung in Den Haag zeigen. Die Charge, die für diese Uniformen geliefert wurde stammt aus 2008. Jetzt sind die Vorräte aufgebraucht und der Schneider hat nachbestellt.

Es sei selten, dass so etwas passiert, sagt Paulus Mehler. Meistens bekäme die Firma nicht mit, wo was, wozu verarbeitet wird - und wenn, dann meist durch Zufall. Der Firmenchef kann sich nur an einen Direkteinkauf, der nicht über Vertreter zustande gekommen ist, erinnern. "Das war ein Staatsdiener, der aus Ecuador angereist war und Stoffe für die Uniformen der Leibgarde des Präsidenten ausgesucht und gekauft hat. Und am dänischen Hof seien Mehler-Produkte ebenfalls bekannt.

Europaweit bekannt

Ein anderer Vertreter hat der Firma per E-Mail mitgeteilt, dass, "egal wo ich hinkomme, nach Slowenien, Ungarn, Kroatien oder sonst wo in Europa, überall in der Uniformbranche stoße ich auf Mehler-Tuche." Man könne schon behaupten, dass wir europaweit und manchmal auch weltweit aktiv sind, sagt der Chef des Hauses Mehler.

Ob schicke Ausgehuniformen für Soldaten der Bundeswehr oder Kostüme für oscargekrönte Hollywood-Streifen wie "Grand Budapest Hotel" oder "Enemy at the Gates", was Uniformen betrifft ist Mehler ganz vorne mit dabei.
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