06.04.2017 - 18:28 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreisjugendring startet neue Aktion: Hirn statt Handy

Autofahren und gleichzeitig telefonieren ist nicht nur verboten und strafbar, es ist auch im höchsten Maße gefährlich. Um vor allem junge Menschen für die Problematik zu sensibilisieren hat der Kreisjugendring eine Aktion ins Leben gerufen.

Sie unterstützen die KJJ-Aktion, von links: Josef Krauß (Verkehrswacht Kemnath), Bernhard Gleißner, Jürgen Preisinger, Reinhold Schreyer, Hans Brucker, Werner Schönfelder, Wolfgang Lippert, Gerold Mahlmeister, Walter Landgraf (Verkehrswacht Tirschenreuth), Marco Vollath und Daniela Kunz (advance.media). Bild: tr
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Tischenreuth. Die heißt "Houst a Hirn, lousd as Handy lieng". Neben Plakaten, Roll-Ups und Flyern gibt es dazu einen Radiospot und einen Kurzfilm. Das Video haben deutsche und tschechische Jugendliche bei einem Workshop im Jugendmedienzentrum T1 gedreht. Zu finden ist er auch auf der Homepage des KJR. Meistens verstößt es gegen das Urheberrecht, wenn man Videos oder Audiofiles herunterlädt und verbreitet. In diesem speziellen Fall ist das sogar gewünscht. Der Kreisjugendring setzt auf breite Streuung, um viele Menschen anzusprechen.

Jeder Zweite

Kreisvorsitzender Jürgen Preisinger berichtet von einer repräsentativen Umfrage, in der jeder zweite Autofahrer zugegeben hat, in eine brenzlige Situation geraten zu sein. "Eine Sekunde Ablenkung genügt. Und schon ist man bei Tempo 50 ganze 14 Meter im Blindflug unterwegs." Als Schirmherren der Aktion unterstützen der Oberpfälzer Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und Landrat Wolfgang Lippert das Projekt. "Mit der Aktion beweist der Jugendring, dass er immer am Puls der Zeit agiert und einmal mehr eine Vorreiterrolle spielt." Lippert lobt auch die polizeiliche Seite, die sich mit dem Präsidenten und den Dienststellenleitern Werner Gleißner, Reinhold Schreyer und Werner Schönfelder, Leiter der Polizeidienststellen Kemnath, Waldsassen und Tirschenreuth, für das Projekt stark macht.

Die Eska in Tirschenreuth und der Steinwald-Express in Erbendorf stellen sechs Busse zur Verfügung, die großflächig mit der entsprechenden Werbung beklebt sind. Die Firma "advance.media" zeichnet für die Gestaltung und Ausarbeitung der Werbemittel verantwortlich.

Gerold Mahlmeister stellt heraus, dass gerade junge Leute sensibilisiert werden müssten. "Das sind ja die Leute, die praktisch von Anfang an vom Smartphone begleitet werden." Ziel der Polizei sei die soziale Ächtung. "So wie das beim Thema Alkohol ziemlich gut gelungen ist."

Mit der Aktion sei der Kreisjugendring absolut aktuell. Posten, Twittern Texten und Googeln werde jederzeit und an allen Orten von den Usern gewünscht. "Im Auto muss der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit aber zurücktreten." Mahlmeister sieht in diesem Zusammenhang auch Freisprecheinrichtungen problematisch.

Kein Multitasking

Neuesten Studien zufolge sei der Mensch nicht multitaskingfähig. Der Sprecher untermauert die Problematik mit Zahlen. 2016 wurden in Bayern 60 000 Ordnungswidrigkeiten von Autofahrern im Zusammenhang mit dem Handy registriert. In der Oberpfalz waren es 4500, im Landkreis Tirschenreuth 184. Auch das Benutzen des Handys als radelnder Verkehrsteilnehmer ist verboten. Wer dabei erwischt wird, kassiert einen Punkt in der Verkehrssünderkartei und erleichtert seinen Geldbeutel um 25 Euro. Autolenker zahlen 60 Euro und kassieren ebenfalls einen Punkt. Wird ein Fahranfänger zum zweiten Mal dabei erwischt, ist eine Nachschulung fällig. "Ablenkung im Straßenverkehr ist nicht zu unterschätzen", warnt Mahlmeister. Die Polizei sei deshalb auch in Zivilfahrzeugen auf der Jagd nach "schwarzen Schafen".

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Weitere Informationen:

www.kjr-tir.de/

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