21.03.2018 - 17:00 Uhr
Tirschenreuth

Landrat und Kreisräte freuen sich über "neuen" Sitzungssaal Lichter-Decke der Clou

Nach 35 Jahren wird der große Sitzungssaal des Landratsamtes zum zweiten Mal eingeweiht. Vieles hat sich dabei verändert. Gleich geblieben ist der Nachname des Architekten, der die Gestaltung würdigt. Denn der heißt wieder Brückner.

Rund 100 geladene Gäste nehmen am Mittwoch bei der Einweihungsfeier im neu gestalteten Sitzungssaal Platz. Neben den Kreisräten und Architekten sind auch Mitarbeiter des Landratsamtes, Behördenvertreter und die Vertreter der am Bau beteiligten Firmen geladen. Der Clou des neuen Saals sind die dimmbaren LED-Lichter an den 132 Kassetten der Decke, mit denen verschiedene Stimmungen erzeugt werden können. Bilder: tr (3)
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Peter Brückner hat mit dem Umbau, der Modernisierung und der brandschutztechnischen Ertüchtigung des Anfang der 80er Jahre errichteten Erweiterungsgebäudes des Landratsamts an das Werk seines Vaters Klaus Brückner angeknüpft. Unter dessen Regie ist diese Erweiterung des Landratsamts seinerzeit realisiert worden. "4,1 Millionen D-Mark hat der Bau damals gekostet, vom Freistaat wurde er mit 1,9 Millionen Mark bezuschusst", wusste Landrat Wolfgang Lippert. Der jetzige Umbau habe 1,5 Millionen Euro gekostet, die der Landkreis alleine schultern musste. Mit dem Ergebnis zeigte sich Lippert sehr zufrieden. "Der Sitzungssaal ist kaum wiederzuerkennen. Es ist nicht zu glauben, wie man einen Raum verändern kann." Die Baumaßnahme sei dringend notwendig gewesen, um den verschärften Brandschutzbestimmungen Folge zu leisten und einen zweiten Fluchtweg zu schaffen. Peter Brückner habe diese Herausforderung mit dem neu geschaffenen Balkon-Vorbau äußerst gelungen gemeistert: "Das war eine geniale Idee." Die Handschrift des Architekturbüros sei überall zu erkennen: schlicht, aber edel, zeitlos, einheimische Materialien verwendend, funktionell und durchdacht mit gestalterischen Überraschungsmomenten - einfach Brückner halt."

Viele Aufträge für Region

Lippert schwärmte von der top-modernen Ausstattung, der guten Akustik durch die neue Lautsprecheranlage, der dimmbaren LED-Beleuchtung ("sie sorgt für einen echten Wow-Effekt"), dem neu gestalteten Foyer vor dem Sitzungssaal ("ein echtes Highlight"), der neuen Küchenzeile, dem weiteren vollwertigen Besprechungsraum, dem neu geschaffenen Info-Point und auch "den ästhetisch schönen Toiletten". Der veranschlagte Rahmen habe eingehalten werden können.

In seinen umfangreichen Dankesworten vergaß der Landrat auch die Mitarbeiter im Landratsamt nicht, welche die Bauarbeiten mit großer Geduld, Verständnis und Improvisationswillen ertragen hätten. "Zum Teil erreichten die Lärm- und Staubbelastung unerträgliche Spitzen, die ein Arbeiten fast unmöglich machten." Der Landrat wünschte sich am Schluss seiner Rede, dass die neuen Verhältnisse zu guten, zukunftsorientierten und dem Wohle des Landkreises dienlichen Besprechungen und Entscheidungen betragen".

Transformation

Schon allein wegen des Erbes seines Vaters sei dieses Projekt für das Architekturbüro Brückner & Brückner etwas Besonderes gewesen, erklärte Peter Brückner. Er zeigte sich erleichtert, dass die Baustelle unfallfrei blieb und trotz überregionaler Ausschreibungen 80 Prozent der Aufträge in die Region vergeben werden konnten. Knapp 20 Firmen seien an diesem Bauwerk beteiligt gewesen. "Und sie haben meisterlich gearbeitet." Respekt und Anerkennung zollte er auch seinem Bau- und Projektleiter Martin Csakli für sein überdurchschnittliches Engagement. Brückner bezeichnete dieses Projekt als "Transformation". Man habe versucht, die Thematik weiterzuschreiben. Die fehlenden Fluchttreppen habe das Büro zum Anlass genommen, einen Mehrwert zu schaffen, was mit dem Balkon auch gelungen sei. Statt des üblichen Schlüssels überraschte Brückner den Landrat und die Kreisräte mit einer medialen Bilderreise zum Umbau des Gebäudes und einer Anpassung der Landräte-Galerie an die neue, in dunklem Holztönen gehaltene Gestaltung des Sitzungssaals.

Gottes Segen für die Menschen in dem Gebäude erbaten die evangelische Pfarrerin Stefanie Schön und der katholische Kemnather Pfarrer Konrad Amschl. Musikalisch umrahmte den Festakt die Jazz-Combo der Kreismusikschule unter Leitung von Ulli Schmutzer mit fetzigen Titeln wie dem "Watermelon Man" von Herbie Hancock.Pfarrer Amschl hat da so eine Vorahnung. Angesichts der bequemen Schwingstühle sei es durchaus möglich, dass die Sitzungen des Landkreises künftig länger dauern als bisher, warnte der Seelsorger bei der Einweihungsfeier. Landrat Wolfgang Lippert konnte das nicht schrecken. Er ließ vielmehr schmunzelnd wissen, dass er bei so einem schönen Saal direkt Lust bekomme, noch ein paar Jahre mehr als geplant als Landrat dranzuhängen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp