04.04.2018 - 17:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Maschinenring bittet um Verständnis für Gülleausbringung Bei Nacht und Nebel auf Tour

Die Gülleausbringung stinkt manchen Bürgern im wahrsten Sinne des Wortes. Damit es nicht zu Konflikten kommt, bittet der Maschinenring schon jetzt um Verständnis.

Die Landwirte sind mit den Gülletracs in den nächsten Wochen wieder vermehrt unterwegs. Bild: exb
von Martin Maier Kontakt Profil

"Die Landwirte sind oft die schwarzen Schafe. Das ist aber verkehrt. Die meisten arbeiten sehr sauber", ist sich Marion Höcht sicher. Die Geschäftsführerin des Maschinenrings und Andreas Henfling, Projektleiter Landtechnik, machen darauf aufmerksam, dass die Bauern in den nächsten Wochen oft mit Gülletracs und -fässern auf den Feldern und Wiesen unterwegs sein werden.

Dabei stehen die Landwirte vor einer großen Herausforderung. Denn das Wetter der vergangenen Monate und die neue Düngeverordnung haben dafür gesorgt, dass die Güllegruben voll sind (wir berichteten). "Normal müsste die Gülleausbringung schon seit Anfang März laufen, aber eigentlich sind wir erst seit einigen Tagen voll im Einsatz", erläutert Henfling. Er koordiniert beim Maschinenring unter anderem die Einsätze der Gemeinschaften.

Sonntag nicht unterwegs

Normalerweise werde die Gülle immer von Montag bis Samstag zwischen 6 und 22 Uhr ausgebracht. "Das schaffen wir heuer nicht", stellt der Projektleiter die Bürger darauf ein, dass die Landwirte auch nach 22 Uhr und vor 6 Uhr unterwegs sein werden. "Es geht einfach nicht anders. Dieses Jahr kommt leider sehr viel zusammen", stellt er klar. Am Sonntag werde normal nicht gefahren. Henfling hofft darauf, "dass wir das auch in diesem Jahr einhalten können".

Momentan würden die Landwirte die Situation noch ganz entspannt betrachten. Aber dies könnte sich ändern, wenn das Wetter in den nächsten Wochen nicht mitspiele. Der Fachmann schätzt, dass es bis etwa zum 15. Mai dauern werde, bis alle Landwirte die Frühjahresgülle ausgebracht haben.

Viele Bauern haben sich in den vergangenen Jahren zu Gemeinschaften zusammengeschlossen oder sich an Lohnunternehmen gewandt, um die Gülle aufs Feld zu bringen. "Bei einer modernen Ausrüstung sind wir schnell bei einer Investitionssumme von rund 750 000 Euro", weist Höcht auf die enormen Kosten bei den modernen Geräten (Gülletrac mit 3 Zubringfässern, Pumpstation, Scheibenegge und Schlitzgerät) hin.

Aufgrund der Düngeverordnung sei auch bald die sogenannte Schleppschuhtechnik vorgeschrieben: nach momentanen Stand ab 2020 für bestellte Ackerflächen (beispielsweise Ausbringung auf Wintergetreide) und ab 2025 auf alle anderen Flächen. Momentan sei die Ausbringung mit Möscha- und Schwanenhalsverteiler noch zulässig für alle Flächen. "Die neue Technik kann sich normal kein einzelner Landwirt leisten", erklärt Henfling. Mit einem Schleppschuh werde die Bodenoberfläche vergrößert, so dass die Gülle rascher vom Boden aufgenommen werden kann. Damit sei gewährleistet, dass sie bodenschonend, geruchsarm, effizient und mit geringem Verlust von Nährstoffen in die Erde gelange.

Vier Gülletracs unterwegs

Im Landkreis sind laut dem Projektleiter 4 Gülletracs, diese gehören 2 großen Gemeinschaften und 2 großen Lohnunternehmen, sowie zwischen 30 und 40 Schleppschuh-Fässer unterwegs. "Der Kreis ist in diesem Bereich wirklich sehr gut ausgestattet." Als Beispiel verweisen die beiden auf die Gemeinschaft "Gülleteam 2000". Den Zusammenschluss, den es seit 1996 gibt, gehören rund 20 Landwirte im Bereich Tirschenreuth/Plößberg an. Deren Ziel sei die emissionsarme und effiziente Gülleausbringung. Die Einsatzkoordinierung laufe über den Maschinenring. In 20 Jahren habe die Gemeinschaft über eine Million Kubikmeter Gülle auf die Felder verteilt.

Höcht betont auch immer wieder die Wichtigkeit der Gülle als Dünger: "Sie bringt Nährstoffe auf die Flächen zurück." Dadurch müsse weniger mineralischer Dünger eingesetzt werden. Ein Kubikmeter Gülle habe einen Düngewert zwischen acht und zehn Euro. Daher sei es auch so wichtig, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

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