Ministranten sammeln für die Menschen im Norden Kenias
Keinen Schnaps für Sternsinger

Gezählt hat Philip Krauthan (hinten) nicht, wie oft er bei seinem zweitägigen Einsatz als Sternsinger an den vergangenen zwei Tagen "20C+M+B17" an Türen geschrieben hat: "Auf jeden Fall waren es viele." Zu seiner Gruppe gehörten vorne von links: Simon Häring, Leon Stahl und Benno Brech. Für moderne Türen, die Kreide nicht annehmen, und die überwiegen längst, gibt es Aufkleber. Bilder: Grüner (3)
Vermischtes
Tirschenreuth
03.01.2017
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Für die Tirschenreuther Sternsinger war bereits am Dienstagabend "Feierabend". In vielen anderen Gemeinden sind die Ministranten noch bis zum Dreikönigstag und danach unterwegs, um für die Menschen im Norden Kenias zu sammeln.

Die Turkana, so heißt der dortige Volksstamm, leiden besonders unter dem Klimawandel und haben mit langanhaltenden Dürreperioden zu kämpfen. Willi Weitzel, bekannt aus der Sendung "Willi will's wissen", war vor Ort und hat einen Film darüber gedreht. Der stand auch im Mittelpunkt der Infoveranstaltung der Tirschenreuther Sternsinger, um ihnen zu zeigen, für was sie sich tagelang durch Kälte und Schnee kämpfen. Bereits Mitte Dezember erhielten sie ihre Gewänder, die das Jahr über im Pfarrhof aufbewahrt werden. Der Aussendungsgottesdienst war am 1. Januar in der Stadtpfarrkirche. Am selben Tag starteten die zehn Gruppen nach dem Mittagessen ihre Touren. Etwa 40 Minis waren an der Aktion beteiligt, "alte Hasen" und ganz Neue.

Gemeinsames Mittagessen

Am Montagmittag bekamen sie traditionell ein gemeinsames Mittagessen spendiert. Was schmeckt jedem Jugendlichen? Richtig: Schnitzel mit wahlweise Pommes oder Kartoffelsalat. Und dazu die passenden alkoholfreien Getränke. Jeden Mittag und jeden Abend kamen sie in den Pfarrhof, um dort ihr Geld abzuliefern. Wie viel heuer zusammengekommen ist, wird erst noch ausgezählt.

Einer, der schon fünf Mal dabei war, ist Jonas Schneider, der beim Zählen der Einnahmen mit seiner Mama Ulrike ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert. Sein Beweggrund, bei den Sternsingern mitzumachen, war reine Neugierde. Schon beim ersten Mal stellte er fest, dass dieser Job viel anstrengender ist, als er sich das vorgestellt hatte. Jonas ist einer der Ministranten vom Sankt Peter, die jeweils zwei Gruppen stellen.

Nicht ohne Stadtplan

Zu deren Bezirk gehören die Bereiche Ziegelanger und Rote Erde. Letzterer wäre anfangs ohne Stadtplan überhaupt nicht zu meistern gewesen. Anstrengend seien auch die Hochhäuser, wo es ständig abwechselnd treppauf und treppab ginge. Ein Sternsinger könne schon was erzählen, erklärt Jonas. "Da haben uns schon Leute in Unterwäsche die Tür geöffnet." Es gäbe erstaunlich viele Menschen, "die gar nicht wissen, was wir da tun und was Sternsinger sind". Aber die positiven Beispiele überwiegen. Da gäbe es schon mal eine schöne warme Tasse Tee. Die Naschereien, die sie auf ihrer Tour bekommen, sammeln sie auf einem großen Tisch. Die Ware wird in fünf Teile geteilt. Jeder Sternsinger bekommt einen, den fünften spenden sie an die Tafel. Vorher werden noch Sachen aussortiert, deren Verfallsdatum überschritten ist. "Solche landen immer wieder im Sammelkorb und manchmal wird uns sogar ein Schnaps angeboten, den wir freilich nicht trinken."

Da haben uns schon Leute in Unterwäsche die Tür geöffnet.Jonas Schneider
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