18.08.2017 - 17:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Monitoring zeigt erste Erfolge Volkszählung bei Fledermäusen

Fledermäuse sind eine faszinierende Species. Lautlos spüren sie mit Ultraschall und Echolot im Schutze der Dunkelheit Insekten auf. Und das an immer mehr Stellen im Landkreis. Der Forstbetrieb Waldsassen ist daran nicht ganz unbeteiligt.

Das Besteigen der Leiter lohnt sich fast bei jedem Kasten. Ist keine Fledermaus drin, so gibt es doch zumindest meist Spuren, die auf die Existenz der Fledermäuse hinweisen.
von Josef RosnerProfil

Waldsassen/Falkenberg. Über 1000 Fledermauskästen hat der Forstbetrieb Waldsassen im Rahmen eines Projekts im Jahr 2014 aufgehängt, weil es mittlerweile einfach zu wenig Baumhöhlen für die Jäger der Nacht gibt. Rudi Leitl, Chef des Fledermaushauses in Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach, ist derzeit mit einem Team unterwegs um nachzuschauen, was die Aktion gebracht hat. Sie machen bei der Kontrolle der Kästen eine freudige Entdeckung. Das Fledermausmonitoring zeigt erste Erfolge. Die Fledermauspopulationen nehmen im Landkreis Tirschenreuth wieder zu.

Bei der Aktion, die noch ein paar Wochen dauert, wird der Bestand in allen Kästen kontrolliert. Bei einem Pressetermin im Forstgebiet "Hohenwalder Wald" in Pirk bei Falkenberg zogen die Mitarbeiter im Revier von Matthias Gibhardt bereits eine erste vorsichtige Bilanz. Gut die Hälfte der Kästen ist dort von Fledermäusen belegt. Gegenüber früheren Jahre sei das ein großer Zuwachs.

Experte am Werk

Rudi Leitl ist ein anerkannter Fledermausexperte, dem die kleinen Tiere sehr am Herzen liegen. Unterstützt wird er bei den Kontrollen von Christine Franz und Kathrin Weber von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft sowie Katharina Nauderer und Franziska Höhensteiger von den Bayerischen Staatsforsten.

Genau hinschauen lohnt sich für das Quartett. Denn auch in leeren Kästen fanden die Kontrolleure in diesem Waldgebiet viele Spuren von Fledermäusen. Leitl informierte, dass sogar einige der Kästen als Wochenstuben dienen, in denen sich die Weibchen zur Aufzucht ihrer Jungen zusammenschließen. Insgesamt konnten in diesem Gebiet mehr als sieben verschiedene Fledermausarten entdeckt werden, darunter auch die sehr seltene und störungsempfindliche Mops-Fledermaus. Die Entdeckung dieser Art löste bei Leitl wahre Begeisterungsstürme aus, da eine Wochenstube im Wald bei dieser Art ein sehr seltener Fund ist. Insgesamt gibt es in Bayern etwa zwei Dutzend verschiedene Fledermausarten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die langjährigen Bemühungen des Forstbetriebs Früchte tragen. Dass so viele der 1000 Kästen jetzt bewohnt sind, hatte zu Beginn des Projekts keiner zu hoffen gewagt. Die Zunahme der Fledermauspopulation zeigt auch, dass die vielseitigen Anstrengungen für mehr Naturschutz im Wald greifen. Das Konzept des Miteinanders von Forstwirtschaft und Naturschutz scheint aufzugehen.

Das Fledermausmonitoring findet nicht nur im Forstbetrieb Waldsassen, sondern auch an anderen Standorten statt. Insgesamt wollen die Bayerischen Staatsforste über 10 000 Kästen kontrollieren, um so einen umfassenden Überblick zu gewinnen. Das Monitoring ist Teil eines gemeinsamen Projekts mit der Landesanstalt für Umwelt (LfU). Schon jetzt ist klar, dass die Fledermauspopulation in der Oberpfalz auch an anderen Orten enorm zugenommen hat.

Große Insekten-Vertilger

Leitl betonte im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien, dass davon auch die Wälder profitieren können. Die Fledermäuse ernähren sich nämlich hauptsächlich von Insekten und vernichten viele Schädlinge. "Mit einer gesunden Fledermauspopulation gibt es weniger Baumschäden", zeigte sich der Experte überzeugt.

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