05.09.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schulstart im Schulamtsbezirk Tirschenreuth Manch harte Nuss geknackt

566 Abc-Schützen starten am Dienstag im Landkreis ihre Schulkarriere. Das ist exakt genau die gleiche Zahl wie im Vorjahr. Trotzdem ist die Zahl der Schüler weiter rückläufig.

Die beiden Schulamtsdirektoren Wolfgang Krauß (links) und Rudolf Kunz waren in den Sommerferien fleißig. Sie sind für den Schulstart am kommenden Dienstag bestens vorbereitet. Landkreisweit besuchen im neuen Schuljahr 3386 Schülerinnen und Schüler in 165 Klassen an den Grund- und Mittelschulen den Unterricht.
von Josef RosnerProfil

"Wir sind nun auf den Start des neuen Schuljahrs 2017/2018 in der kommenden Woche bestens vorbereitet", so die beiden Schulamtsdirektoren Wolfgang Krauß und Rudolf Kunz. Neu ist, dass die Grundschule Waldershof eine Schule mit dem Profil Inklusion wird. Sie ist damit die vierte Schule mit diesem Profil, nach der Grund- und der Mittelschule Mitterteich sowie der Grundschule Tirschenreuth. "Eine verbesserte Förderkompetenz vor Ort ist da mit inbegriffen", so die Schulräte.

Insgesamt besuchen im neuen Schuljahr 3386 Schüler in 165 Klassen die Grund- und Mittelschulen. Darunter sind 266 Schüler mit Migrationshintergrund. Die meisten hat die Grundschule Waldsassen mit 31 Kindern vor der Grundschule Tirschenreuth mit 27 Jungs und Mädchen. Weiter verringert hat sich die Schülerzahl. Zwar steigt die Zahl der Grundschüler um 42 Kinder, dafür gibt es im Mittelschulbereich 111 Jungs und Mädchen weniger als im Vorjahr. Das ergibt ein Minus von 69 Schülern.

An den Grundschulen gibt es vier Klassen mehr, an den Mittelschulen sind es fünf Klassen weniger. Die durchschnittliche Klassenstärke beträgt 20,52 Schüler. Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß betont, dass trotz sinkender Schülerzahlen für das neue Schuljahr wieder ein Bedarf an neuem Personal zu verzeichnen war. Als Gründe nannte er den Wechsel in den Ruhestand und Wegversetzungen. 18 Lehrer, die im Landkreis ausgebildet worden sind, wurden versetzt. "Und da waren hochkarätige und hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen darunter", bedauert Krauß.

Probleme gab es vor allem bei den Planungen im Grundschulbereich. Hier alle Schulstunden abzudecken, war nur möglich mit Kollegen mit einer vorbildlichen Berufsauffassung und der Solidarität von Schulleitern. Nun sehen Krauß und Kunz die Schulfamilie im Landkreis bestens für den Start aufgestellt. Neu in den Landkreis kommen sieben Lehramtsanwärter, darunter drei Berufsanfänger, die am Montag vereidigt werden. Die anderen fünf Anwärter wurden von anderen Schulen hierher versetzt.

Neu ist auch, dass an den bayerischen Mittelschulen der LehrplanPlus (siehe Info-Kasten) greift. "Ob er bereits umgesetzt wird, entscheiden die Schulen selbst", so Krauß und Kunz. Wie bereits an den Grundschulen besteht jetzt die Möglichkeit, dass in allen fünften Jahrgangsstufen anstelle des Halbjahreszeugnisses ein Lernentwicklungsgespräch stattfindet. An diesem Gespräch müssen der Schüler, die Eltern und der Klassenlehrer teilnehmen. Dabei werden entsprechende Ziele für jeden einzelnen Schüler festgelegt. Ob dies an einer Mittelschule umgesetzt wird, entscheidet die Lehrerkonferenz in enger Abstimmung mit dem Elternbeirat. Ebenfalls neu sind die Flexiblen Eingangstufen an der Grundschulen Immenreuth und Kulmain.

Weiter kündigt Krauß an, dass am 20. November der Oberpfälzer Regierungspräsident Axel Bartelt in den Schulamtsbezirk kommen wird. Neben dem Amt soll ins Besuchsprogramm auch die Mittelschule Tirschenreuth aufgenommen werden.

LehrplanPlus

LehrplanPlus steht nach Angaben des Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) "für ein umfangreiches Lehrplanprojekt, in dem zeitgleich und inhaltlich abgestimmt die Lehrpläne für alle allgemeinbildenden Schulen sowie die Wirtschaftsschulen und die beruflichen Oberschulen überarbeitet werden".

Ziel ist der Erwerb von dauerhaften Kompetenzen durch die Schüler, die weit über den Erwerb von reinem Wissen hinausgehen. Über den Unterricht sollen sich die Schüler "Werkzeuge" aneignen, die sie zur Lösung von Problemen, zur Teilnahme an gesellschaftlichen Entwicklungen und an kulturellen Angeboten befähigen sollen. Auch lebenslanges Lernen steht auf der Agenda.

Der neue LehrplanPlus soll die Schüler stärker als bisher auf das Leben vorbereiten und verbindet die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen im Schulunterricht.

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