05.09.2017 - 18:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuth kann so schnell nicht auf eine Verkehrsentlastung hoffen Viel Geduld bei der Umgehung

Schwere Sattelzüge gehören zum gewohnten Bild auf den Straßen im Stiftland. Während Plößberg bald auf Entlastung hoffen darf, wird es für Tirschenreuth oder Großkonreuth so schnell keine Verbesserung geben.

Die Mühlbühlstraße ist ein Nadelöhr in der Kreisstadt. Dort gilt eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer - und die wird auch meistens eingehalten. Nachdem eine Umgehung in weiter Ferne liegt, wird so schnell keine Verbesserung bei der Verkehrsbelastung eintreten. Bild: ws
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Der Schwerlastverkehr durch die Ortschaften im Stiftland hat schon eine lange Geschichte. Waldsassen kämpft seit Jahren um die richtige Umgehung, Plößberg befindet sich wohl eher auf der Zielgeraden. Aktuell läuft für das Vorhaben das Planfeststellungsverfahren. Davon ist die Kreisstadt noch weit entfernt. Dabei reichen auch hier die Pläne für eine Entlastung des Ortes weit zurück. Eine frühere Trasse enger an Lohnsitz vorbei hat sich auch mit Blick auf den Naturraum zerschlagen. Eine neue Straßenführung verläuft grob ab der "Wondreber Kreuzung" im weiten Bogen östlich an Tirschenreuth vorbei in Richtung Lodermühle und dann zur "Bärnauer Kreuzung".

Ausbaustufe R 1

"Es wurde eine Vorzugstrasse ausgearbeitet", berichtet Bürgermeister Franz Stahl über den aktuellen Stand. Seitens des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach wird bestätigt, dass im Bereich der möglichen Straßenführung der Naturraum untersucht worden sei. Die Trasse sei dann auf der verträglichsten Linie festgelegt worden, erklärt Baurat Frank Viehmann, Leiter der Abteilung Planung. Für eine Realisierung hat Bürgermeister Stahl schon Gespräche mit dem Amt und dem Innenministerium geführt. Das Projekt sei demnach in der Ausbaustufe R 1 zu finden, die eine Realisierung frühestens 2020 vorsieht. Doch Tirschenreuth steht in einer langen Liste weit hinten. Schneller könnte es gehen, wenn die Stadt selbst als Bauträger auftreten würde. Dazu würden Tirschenreuth auch bis zu 80 Prozent Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Aussicht gestellt. Doch schreckt Franz Stahl nicht nur die Finanzierung des auf 15 Millionen Euro geschätzten Straßenprojektes. Gerade die Abwicklung und spätere Betreuung als Baulastträger könnte Tirschenreuth nicht schultern. "Wir werden deshalb warten, bis das der Freistaat macht."

Schreiben an Minister

Bei den Bemühungen, auf der Schwerlast-Achse von Mähring her eine Verbesserung zu erreichen, haben die Bürger auch schon den bayrischen Innenminister Joachim Herrmann angeschrieben. Nachdem gerade die Ortsdurchfahrt von Großkonreuth durch die Fahrzeuge arg strapaziert wird, forderten die Bürger eine Öffnung des Grenzübergangs bei Bärnau für Lastwagen ein. Schon vor zwei Jahren hat der Minister mit einem verständnisvollen Schreiben geantwortet. Darin hat Herrmann bei den Straßenschäden an der Ortsdurchfahrt ans Bauamt verwiesen und bei der Einschränkung der Grenze bei Bärnau den Tschechen die Verantwortung übertragen. Denn aufseiten der Nachbarn seien die Straßen für den Lastwagenverkehr gesperrt. Freilich versichert der Minister, bei zukünftigen Treffen "auf eine möglichst zeitnahe Verbesserung der Straße 199 auf tschechischer Seite" zu drängen.

Wenig Hoffnung

Kaum Hoffnungen auf eine schnelle Verbesserung macht man sich auch im Rathaus in Großkonreuth. Das Anliegen, etwa die Umgehung von Poppenreuth, sei freilich schon vor Jahren an das Staatliche Bauamt weitergeleitet worden, weiß auch Mährings Bürgermeister Josef Schmidkonz. Erste spürbare Verbesserung für Tirschenreuth und die Achse von Mähring her hat eine Initiative der Betriebe aus Stein gebracht, die ihre Lastzüge nach Möglichkeit auch andere Routen nehmen lassen. "Da zählt jedes Fahrzeug", honoriert Bürgermeister Stahl die Bemühungen.

Planung für Radweg

Und deutliche Fortschritte macht auch der Radweg von Tirschenreuth in Richtung Mähring. "Wir haben den Planungsauftrag für den Weg in unserem Gemeindegebiet vergeben", berichtet Bürgermeister Franz Stahl auf Anfrage. Angestrebt wird eine Wegeführung über Matzersreuth und Fiedlhof. In Mähring will man zunächst abwarten, wie Tirschenreuth etwa bei der Grundstücksfrage vorankommt. Dann könnten auch hier die Planungen sofort beginnen.

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