28.04.2017 - 20:50 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuth stellt Maibaum schon am Freitag auf: Mit Hauruck und Eiseskälte

"Diesmal haben sie es geschafft. Wir mussten unseren Maibaum auslösen", erzählt Hans Schmidkonz. Die Siedlersreuther waren die bösen Buben, die vor einer Woche den Tirschenreuther Maibaum geklaut haben. 30 Liter Bier und eine Brotzeit haben die Diebe dafür bekommen.

Festlich geschmückt kündet der Maibaum auch vom Frühling. Gut 25 Meter hoch ist der Tirschenreuther Baum, schön gewachsen im Stadtwald.
von Ulla Britta BaumerProfil

Von Ulla Britta Baumer

"Aber das gehört dazu", lacht Schmidkonz. Dann ruft ihn sein Vater rüber zum legendären Platz, an dem in gut zwei Stunden der Baum stehen soll. Natürlich haben ihn die Seidlersreuther wieder freigegeben. Und natürlich sind sie auch gekommen, um das Tirschenreuther Ereignis am Freitagabend gebührend mitzuverfolgen.

"60 Jahre lang hat es keiner geschafft, unseren Maibaum zu stehlen", weiß Josef Schmidkonz. Mit seinen 83 Jahren langt das Mitglied des Trachtenvereins D'Werdenfelser immer noch kräftig mit zu und macht den jungen Burschen vor, wie's geht mit dem Maibaum.-Aufstellen.

Während Schmidkonz und sein Sohn noch erzählen von früher, zieht auch schon die Blaskapelle um die Ecke Richtung Marktplatz. Noch wird der Maibaum per Radlader transportiert. Aber nur wenig später müssen die Burschen ran. Gut 30 Mann sind gekommen, um mit anzupacken. Der 25 Meter hohe Baum aus dem Tirschenreuther Stadtwald ist schwer. Alle Hände und Muskeln können gut gebraucht werden. Langsam füllt sich am Freitagabend dann auch der Marktplatz mit Zuschauern. Es ist leider bitterkalt. Dennoch kommen die Familien, die Kinder stecken in Skianzügen und warmen Mützen.

Gut zwei Stunden müssen die Gäste allerdings noch warten, bis das gute Stück in der guten Stube steht und den Marktplatz ziert. Das Kommando hat diesmal Florian Busl. Das erste Mal, deshalb ist er schon ein wenig nervös. Dabei wissen die erfahrenen Burschen, was sie zu tun haben. "Zugleich" ist das Schlagwort. Schon werden die Schwalben kräftig hochgehievt. Und jedes Mal rückt der Maibaum ein Stückerl weiter in die Höhe. Die schwerste Arbeit haben diesmal Martin Völkl und der Reiner Burkhardt. Mit ihren langen Spießen sorgen sie dafür, dass die Stangen an der richtigen Stelle platziert werden und der Baum an Höhe gewinnt.

Endlich kurz vor 20 Uhr ist es soweit. Die Männer können sich entspannen, der Maibaum steht so gut wie aufrecht. Nur noch ein Rucker fehlt. Geschafft. Mit dem Applaus des Publikums, das sich ob der Kälte leider schon etwas ausgedünnt hat, darf die Truppe endlich ins Festzelt. Böllerschützen künden das Ereignis für all jene an, die nicht persönlich dabei waren.

Derweil dampft im Festzelt schon der warme Maipunsch. Den haben die Werdenfelser und die Feuerwehr als Veranstalter extra neben dem kalten Bier vorbereitet. Und natürlich heizt der Heimat-Sound Express im Festzelt später dann mit Unterhaltungsmusik kräftig ein.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/1747804

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