Tirschenreuth zeichnet verdiente Mitbürger mit dem "Turso" aus
Der Kitt der Gesellschaft

Vier Bürger wurden beim Neujahrsempfang mit dem Ehrenpreis "Turso" ausgezeichnet. Unser Bild zeigt (von links) Liane und Klaus Höfler, Iris und Wolfgang Rahm, Bürgermeister Franz Stahl, Brigitte und Ernst Fischer sowie Hans Beer. Bild: kro
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Tirschenreuth
08.01.2017
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Immer wieder ein Höhepunkt des Neujahrsempfangs in Tirschenreuth ist die Auszeichnung mit dem "Turso". Damit geehrt werden besonders verdiente Bürger. Am Donnerstag gleich vier an der Zahl.

Die Kreisstadt würdigt alle Jahre Menschen, die sich über das Normale hinaus im Ehrenamt engagieren und dabei nicht immer an vorderster Stelle stehen. "Die ehrenamtliche Arbeit ist der Kitt unserer Gesellschaft". Deshalb sei er sehr dankbar dafür, dass es in Tirschenreuth eine Vielzahl von Menschen gebe, die Verantwortung übernehmen. "Sie sind für mich praktisches Beispiel einer Bürgerkultur, die seinesgleichen sucht."

Den "Turso" erhielten heuer vier Mitbürger: Brigitte Fischer ist seit 1968 in der Sparte Turnen beim ATSV tätig. Die Übungsleiterin ist für das Buben- und Mädchenturnen für den Wettkampf und im Breitensport für das "Purzelvolk", für Buben und Mädchen im Alter zwischen vier und sechs Jahren zuständig.

Wolfgang Rahm ist seit 42 Jahren aktives Mitglied der Wasserwacht und hat vor 31 Jahren zusammen mit weiteren Kollegen den Tirschenreuther Triathlon ins Leben gerufen. Auch heute ist er noch federführend bei der Organisation tätig. Rahm ist der einzige Sportler, der an jedem Triathlon in Tirschenreuth teilgenommen hat. Zudem leitet er seit 1985 die Skigymnastik im Skiclub, hat vor gut 20 Jahren die Turngemeinschaft mitbegründet, deren Vorsitzender er seither ist.

Klaus Höfler hat seit 1982 eigenverantwortlich das alljährliche Fischerfest des Fischereinvereins Stiftland organisiert. Zudem war er von 1986 bis 1994 Fischereiaufseher und als 2. Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender tätig. Nebenbei übernahm er für viele Jahre die vom Landesbund für Vogelschutz organisierte Zählung der Kormorane im Landkreis.

Hans Beer ist seit mehr als 40 Jahren aktiv in der Feuerwehr Rosall und war von 1982 bis 1988 deren 2. Kommandant. Er ist der Hauptorganisator aller Veranstaltungen der Rosaller Wehr, ohne sein Engagement würde auch das Rosaller Feuerwehrhaus nicht stehen. Seit 1985 ist er auch Mitglied im Fischereiverein Stiftland und ehrenamtlich in der Teichwirtschaft tätig.

Zahlreiche Ehrengäste bekundeten ihre Verbundenheit mit der Kreisstadt, darunter auch die beiden Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD) und Tobias Reiß (CSU), stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Pater Martin Neuhauser, Pfarrer Martin Schlenk, die Bürgermeister Benedikt Bisping und Martina Nemeckova aus den Partnerstädten Lauf und Plana sowie die Vorsitzende des Heimatkreises Plan-Weseritz, Regine Löffler-Klemsche.

In seinem Grußwort überbrachte der evangelische Pfarrer Martin Schlenk auch die Grüße des erkrankten katholischen Stadtpfarrers Georg Flierl. Schlenk lobte den Bürgermeister für seine Visionen, machte einen Schlenker zur aktuellen Weltpolitik und erinnerte an das Jubiläum "500 Jahre Reformation". Die derzeit vakante Tirschenreuther Pfarrstelle sei bayernweit ausgeschrieben.

MdL Tobias Reiß wies schmunzelnd darauf hin, dass Franz Stahl keine neue Stahl-Hüfte bekommen habe, sondern eine aus Titan. "Er wollte wohl vermeiden, dass dies der erste Schritt zum Bürgermeister-Titan ist." Reiß sicherte seine Unterstützung bei der Bewerbung Tirschenreuths für die Landesgartenschau 2022 zu und betonte zugleich: "Wir leben in einer Region der Zuversicht. Arbeiten wir alle zusammen, damit der Geist von Tirschenreuth die ganze Region ansteckt."

Planas Bürgermeisterin Martina Nemeckova verwies auf die nunmehr neunjährige Partnerschaft, die sehr mit Leben erfüllt sei. Die Bürger beider Städte arbeiteten auf verschiedenen Gebieten zusammen. Zugleich sprach sie die Hoffnung aus, diese Zusammenarbeit noch weiter auszubauen. Die Vorsitzende des Heimatkreises Plan-Weseritz, Regine Löffler-Klemsche, freute sich, dass das Archiv des Heimatkreises nun fertiggestellt sei. Noch immer gebe es Flucht und Vertreibung auf der Welt, sei der Terror an der Tagesordnung. Umso mehr hoffte sie, dass Deutschland ein Land bleibe, das den Menschen in Not helfe. Musikalisch wurde der Neujahrsempfang von Jakob Schröder am Klavier sowie von der Mezzosopranistin Christine Kohl und dem Tenor Ottmar Andritzky umrahmt.

Sie sind für mich praktische Beispiele einer Bürgerkultur.Franz Stahl
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