13.02.2018 - 19:08 Uhr
Tirschenreuth

Trauerfeier für Manfred Dietrich Abschied von einem guten Freund

Weil er diese Musik geliebt hat, gibt es rockige Klänge bei der Trauerfeier für Manfred Dietrich. Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler sagt über den tödlich verunglückten Wirtschaftsförderer: "Sein Lachen werden wir vermissen."

Der blumengeschmückte Sarg stand vor dem Altar der Gottesackerkirche. In einer bewegenden Ansprache erinnerte Volker Pröbstl an Manfred Dietrich, der auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Selb/Josephshof. Die schreckliche Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Manfred Dietrich, Geschäftsführer des Gründerzentrums und der Wirtschaftsförderung im Landkreis Tirschenreuth, kam am 2. Februar auf tragische Weise bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Eschenbach ums Leben. Der 57- jährige hatte keine Chance. Sein Wagen wurde von einem Pkw, der auf die Gegenfahrbahn geraten war, gerammt. Dietrich erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

Am Dienstag fand in der Selber Gottesackerkirche die bewegende Trauerfeier statt. Auf seinem letzten Weg begleiteten ihn die Familie, Verwandte, zahlreiche Freunde und Weggefährten. Viele mussten in der angrenzenden Trauerhalle Platz nehmen, wo die evangelische Feier übertragen wurde. Bilder erinnerten an Manfred Dietrich. Kondolenzbücher lagen an beiden Orten auf.

"Sie werden seine Phantasie und seine Anregungen vermissen", ergriff Dekan Volker Pröbstl das Wort. In kurzen Sätzen erinnerte er an das Leben des Verstorbenen, an seine Liebe zur Rock-Musik und ausgedehnte Rucksack-Wanderungen, bei denen er - so der Pfarrer - Freiheit verspürte. "Es bleiben Fragen", räumte der Redner ein. "Der Tod erschüttert uns, er reißt ein tiefes Loch in unser Miteinander." Kurz innehaltend fuhr er fort: "Mitten hinein in die Finsternis, die der Tod anrichtet, vernehmen wir aber auch tröstende Worte. Gott begleitet uns durch das Leben."

Rock-Musik von einer CD begleitete die Trauerfeier. Nur wenige andere Lieder standen auf den ausgelegten Liedzetteln. Offen bleibe die Frage, warum Dietrich so früh sterben musste, sagte der Geistliche. "Der Weg, den Gott mit uns vor hat, endet nicht am Grab", tröstete er. "Jenseits des Todes erwarten uns andere Abenteuer." Warum es keine Rettung mehr geben durfte, wisse auch er nicht. Der Dekan hatte für das Requiem das Johannes-Evangelium ausgewählt. Im Mittelpunkt dort stand die Auferweckung des Lazarus. "Ich bin die Auferstehung und das Leben", zitierte der Pfarrer aus dem Neuen Testament.

"Ich konnte es nicht fassen, dass dieser lebendige Mensch nicht mehr unter uns ist", sagte stellvertretender Landrat Alfred Scheidler in seinem Nachruf als Vertreter des Landkreises Tirschenreuth. "Manfred Dietrich kam aus der Wirtschaft. Er hatte das nötige Fachwissen", lobte er den Weggefährten, dessen Arbeit geprägt gewesen sei von "Herzblut und Leidenschaft". "Manfred Dietrich hat die Wirtschaftsförderung entscheidend nach vorne gebracht", erinnerte er an die mehr als 500 Fach- und gut 1000 Beratungsgespräche, die der Verstorbene geführt hatte. "Dietrich war ein kompetentes Mitglied in vielen Fachgremien. Er war gut vernetzt." Als Beispiel nannte der Vize-Landrat die Vielzahl an Kondolenzbriefen, unter anderem aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium. "Man schätzte seine Gradlinigkeit, ebenso seine unkomplizierte Art. Er ging auf die Menschen zu. Sein Lachen werden wir vermissen."

Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Premenreuth und für den TSV Reuth sprach Dietmar Schieder. Der Vorsitzende der Wehr sprach von Spuren, die der Freund hinterlassen habe und dem die Jugendarbeit sehr am Herzen lag. Dietrich brachte sich auch in den Vorstandsgremien ein. "Deine unnachahmliche Art wird uns fehlen", schloss der Premenreuther.

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