24.11.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

VHS Tirschenreuth und Fichtelgebirge leisten gemeinsame Integrationsarbeit Jobbegleiterinnen als weiteres Mosaiksteinchen

Der Landkreis Tirschenreuth bekommt eine neue Möglichkeit, Migranten besser und schneller als bisher zu integrieren. Der Anstoß dazu kommt aus Oberfranken.

Jobcenter-Geschäftsführer Leonhard Merkl (Dritter von rechts) und Landrat Wolfgang Lippert (Zweiter von rechts) sowie VHS-Leiterin Angelika Schraml (Fünfte von links) begrüßten Ursula Schweers und Nadine Löffler (vorne Mitte, von links) als Jobbegleiterinnen. Michaela Hermannsdörfer (Zweite von links) und der Leiter der VHS Fichtelgebirge, Dieter Batrla (rechts), stellten die Maßnahme vor. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Die Volkshochschule (VHS) Fichtelgebirge im Landkreis Wunsiedel hat den Oberpfälzer Landkreis bei diesem Projekt mit ins Boot geholt. Sie hat in München um Jobbegleiter für arbeitswillige Migranten angefragt. Es gibt für diese Maßnahme beim Bayerischen Arbeits-, Sozial-, Familien- und Integrationsministerium einen Fördertopf, der angezapft werden soll. Das Ministerium fand die Idee grundsätzlich förderfähig, allerdings nur, wenn Wunsiedel hier mit dem Landkreis Tirschenreuth gemeinsame Sache macht.

Vertreter der beteiligten Stellen in Wunsiedel und Tirschenreuth trafen sich nun am Mittwoch in einem Kursraum der Volkshochschule zu Gesprächen, wie sie das Projekt am schnellsten gemeinsam voranbringen können. Mit am Tisch saßen Vertreter der Volkshochschulen Fichtelgebirge und Tirschenreuth, des Jobcenters Tirschenreuth und der kommunalen Integrationsarbeit. Die VHS Fichtelgebirge hatte nicht nur den Förderbescheid und viele Ideen für das Projekt dabei, sondern Leiter Dieter Batrla präsentierte auch bereits zwei Mitarbeiterinnen, Nadine Löffler und Ursula Schweers, die als Jobbegleiterinnen arbeiten sollen.

Betriebe besuchen

Nadine Löffler aus Arzberg und Ursula Schweers aus Marktredwitz sollten ab sofort in Betrieben in den beiden Landkreisen sowie in Marktredwitz vorstellig werden, um Arbeitsstellen zu suchen. Weiter sollen sie Flüchtlinge mit Arbeitserlaubnis bei Behördengängen begleiten und Unstimmigkeiten am Arbeitsplatz ausräumen.

"Die kulturellen Unterschiede sind groß", sagte VHS-Fachbereichsleiterin Michaela Hermannsdörfer aus Wunsiedel. Vielleicht könne man mit dem Angebot der Konfliktlösung manche Arbeitsabbrüche verhindern. Die Jobbegleiterinnen, die auch als Netzwerkerinnen tätig sein werden, arbeiten von der Hauptgeschäftsstelle der VHS Fichtelgebirge in Selb aus. "Sie werden aber meist in den Betrieben und in den VHS-Kursen der Landkreise unterwegs sein", erklärte Batrla.

Persönliche Beratungsangebote hat die VHS Fichtelgebirge mit Sprechstunden in Tirschenreuth jeweils Montag- und Freitagnachmittag bereits festgelegt. Angedacht sind zudem individuelle Sprechstunden in Mitterteich und Kemnath. Hier will man auf den konkreten Bedarf reagieren.

Landrat Wolfgang Lippert und Jobcenter-Geschäftsführer Leonhard Merkl begrüßten die Initiative des Freistaates, mit der Flüchtlinge besser Fuß fassen könnten. VHS-Leiterin Angelika Schraml meinte, dass dies ein weiteres Mosaiksteinchen in der Integrationsarbeit sei. Sie werde die Jobbegleiterinnen gerne unterstützen. "Denn wir wissen vor Ort in den Kursen am besten, wer für eine Hilfestellung durch die Jobbegleiterinnen infrage kommt."

Weitere Schnittstelle

Leonhard Merkl nannte die Maßnahme eine weitere Schnittstelle in der Integration. Netzwerk-Koordinatorin Sonja Schmid wünschte sich alle in der Flüchtlingsarbeit tätigen Menschen an einen Tisch. Die Flüchtlingsarbeit sei seit 2014 regelrecht "explodiert", so dass immer mehr differenzierte Strukturen notwendig seien, fügte Schraml an. Auch ihr sei ein Netzwerk-Treffen ein großes Anliegen. Natürlich wolle man das neue Projekt, das aus Mitteln des Arbeitsmarktfonds gefördert werde, tatkräftig durch beide Landkreise unterstützen.

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