Viele ältere Tiere warten auf ein neues Zuhause
Nur nicht hängen lassen

Cäsar macht es sich gemütlich: Er gehört zur Seniorentruppe des Tirschenreuther Tierheims und sucht ein neues Zuhause. Bild: hfz
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Tirschenreuth
21.12.2016
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Ein kleiner Hund, der sehnliche Wunsch vieler Kinder. Doch häufig ebbt die anfängliche Freude über den neuen Spielkameraden leider schon kurz nach der Bescherung ab. Dann steht beim Tierheim nicht nur das Christkind an der Tür.

Weihnachten - das Fest der Liebe. Viele tun gerade in dieser Zeit Gutes für Menschen in Not und auch für die oft in Vergessenheit geratenen Tiere. "Leider ist es vereinzelt immer noch der Fall, dass Weihnachten vor allem junge Tiere verschenkt werden", weiß Petra Schödlbauer vom Tirschenreuther Tierheim. "Im besten Fall ist es vorher gut durchdacht und in der Familie abgesprochen."

Ach so süß

Aber die Tierfreundin weiß auch: "Oft ist es eine spontane Entscheidung, weil man Tierwelpen ja besonders süß findet. Versorgung und die damit verbundene Arbeit aber werden komplett unterschätzt." Viele denken auch gar nicht an die langen Jahre, in denen so ein Vierbeiner dann entsprechend Liebe, Pflege und Aufmerksamkeit benötigt.

"Auf einmal wird der alternde Freund, der Zeit seines Lebens treu war und immer zu seinem Herrchen aufgeschaut hat, zur Last - und entsorgt", spricht Schödlbauer aus Erfahrung. Oft auch noch vor Weihnachten, so dass dann schon der Nachfolger unter dem Christbaum sitzen könne. "Gerade die alten Tiere sind mit so einer Situation völlig überfordert, verstehen nicht, warum sie ausgesetzt wurden und die bisher trotz allem geliebten Menschen nicht mehr kommen und sie abholen."

Im Tierheim fänden die Vierbeiner zwar ein neues Zuhause, aber mittlerweile stoße man an die Grenzen des Möglichen. "Immer häufiger kommen alte Tiere zu uns", sagt Schödlbauer und verweist auf allein 18 überwiegend große Hunde und 3 Katzen, die regelmäßig Medikamente oder Spezialfutter benötigen. Da sei bei vielen Menschen die Bereitschaft nicht besonders ausgeprägt, so ein Tier aufzunehmen.

Am besten mit Garantie

"Gefragt sind junge und natürlich gesundheitlich einwandfreie Tiere, am besten noch mit Garantie." Petra Schödlbauer bricht eine Lanze für die Tier-Senioren: "Die brauchen viel Fürsorge und ein liebevolles Zuhause, aber sie können einem auch unglaublich viel zurückgeben." An die Grenzen stößt das Tierheim langsam auch in finanzieller Hinsicht. "Wir sind zwar momentan fast mehr Gnadenhof als Tierheim, aber ohne triftigen Grund wird kein Tier eingeschläfert, nur weil es einfacher wäre." Die Versorgung dieser Tiere müsse auch in Zukunft gesichert werden. Schödlbauer hofft auf noch mehr Tierfreunde, die die "Oldies but Goldies" finanziell unterstützen, um so Medikamente und Spezialfutter kaufen zu können. Und wer so eine treue Seele nicht gleich aufnehmen könne, übernehme vielleicht eine Patenschaft. "Wer die Tiere kennenlernt, wird uns verstehen."
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