Vor 100 Jahren traf der erste Steyler Missionar in Tirschenreuth ein
Beitrag am Aufschwung

Pater Leo Hüttermann (links) war bei der Gründung 1917 erster Schülerpräfekt und ab 1923 Rektor. Er starb am 17. Januar1925 und ruht als erster der Steyler Missionare auf dem Friedhof beim Peterskirchlein. In der Mitte Pater Lorenz Haberstroh, der von 1918 bis 1921 Lehrer in Tirschenreuth und von 1936 bis 1964 Missionar in Chile war. Bis zu seinem Tod lebte er im Missionshaus St. Johann in Oberschwaben. Pater Josef Lammerding, geboren 1890, versah den Kooperatorendienst in Tirschenreuth und starb 1957. Bi
Vermischtes
Tirschenreuth
06.07.2017
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Fast auf den Tag genau 100 Jahre ist es her, dass der erste Steyler Missionar in Tirschenreuth aus dem Zug gestiegen ist. Bis 1969 leistete auch der Schulbetrieb seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Stadt.

Von Eberhard Polland

Am Vorabend des 7. Juli 1917 traf ein Pater der Missionsgesellschaft des Ordens vom Göttlichen Wort in Steyl mit dem Abendzug in Tirschenreuth ein. Der Geistliche hatte den Auftrag, mit Bürgermeister Alois Fellner und Stadtamtmann Franz-Josef Heldmann Gespräche über den Beginn einer neunklassigen Studienanstalt in Tirschenreuth zu führen. Die Steyler wollten in Tirschenreuth ihr erstes Missionskloster in Bayern errichten. Der Baubeginn sollte noch 1917 erfolgen.

Man musste aber schon bald einsehen, dass infolge des 1. Weltkrieges und die dadurch verursachten Mängel an Arbeitskräften und Baumaterial, der Termin nicht eingehalten werden könne. Schnell einig war man sich darüber, dass der Schulbetrieb der ersten Gymnasialklasse noch im selben Jahr stattfinden müsse. Die Stadt stellte daraufhin Räume der alten Knabenschule zur Verfügung, die seit dem Bau der neuen Luitpoldschule im Jahre 1911 frei geworden waren. Nach exakt drei Monaten, am 7. Oktober 1917, konnte dort der Schulbetrieb mit 13 Schülern und drei Professoren aufgenommen werden. Der erste Rektor wurde Pater Ströhl, ein Jugend- und Schuldfreund des damaligen Tirschenreuther Stadtpfarrers. Den benötigten Wohnraum für Schüler und Lehrer fand man vorübergehend in der Prößlmühle am Murschrottplatz. Diese Anwesen bot auch Platz für einige Laienbrüder, die das Anwesen bewirtschafteten. Bis man den Neubau des Missionshauses beziehen konnte, sollten noch zehn lange Jahre vergehen. Den Namen St. Peter erhielt das neue Haus wegen der Nähe zur St. Peterskirche. Mit der Niederlassung der Missionare erfuhr Tirschenreuth einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.

Etwa 200 Schüler aus nah und fern wohnten damals zusammen mit ihren Lehrern auf St.Peter. Nicht wenige trugen als spätere Missionare das Wort Gottes in die Welt hinaus. Mit dem Bau des Stiftland-Gymnasiums Mitte der 50er Jahre gingen die Schülerzahlen auf St. Peter immer mehr zurück. 1969 war man gezwungen, den Schulbetrieb endgültig einzustellen. 2007 erwarb die Kewog das Missionshaus und heute leben gerade noch fünf Ordensmänner hier.
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