20.11.2017 - 20:10 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Winterreise und Dichterliebe

Im Museumsquartier gibt es viel Ungewöhnliches zu sehen und manchmal auch zu hören. So am Sonntagabend, als die Kreismusikschule zu einer ungewöhnlichen Winterreise aufbricht.

Gesangslehrerin Carol Bischoff klatscht für Jakob Schröder sowie die Schüler Wolfgang Braun, Adnan Barami, Bernhard Müller und Lutz Beckmeyer (von links) begeistert Beifall. Bild: zch
von Autor ZCHProfil

Über einen voll besetzten Saal im Museumsquartier freuten sich bei der Lieder-Reise Gesangslehrerin Carol Bischoff und ihre Schüler Lutz Beckmeyer, Adnan Barami, Wolfgang Braun und Bernhard Müller. Am Flügel war der ehemalige Musikschulleiter Jakob Schröder dabei. Bei der Benefiz-Veranstaltung für den Förderverein "MUT" der Kreismusikschule führten sie "Die Winterreise" von Franz Schubert und "Die Dichterliebe" von Robert Schumann auf.

Carol Bischoff gab kurze Informationen zu den Werken und den Lebensumständen der Komponisten. Auch erfuhr das Publikum, dass die Form des deutschen Kunstlieds so in keinem anderen Land der Welt vorkommt. Bischoff liegt deshalb diese Gattung besonders am Herzen. Zur "Winterreise" erklärte sie, dass Schubert bei der Entstehung bereits todkrank war und die Lieder wohl deshalb allesamt schwermütig, melancholisch und voller Sehnsucht seien. Lutz Beckmeyer und Adnan Barami sangen die 24 anspruchsvollen Kunstlieder voller Inbrunst und Leidenschaft. Besonders Adnan Barami beeindruckte durch seine energische Ausdrucksstärke und makellose Intonation.

"Die Dichterliebe" dagegen ist der Liebe in all ihren Facetten gewidmet. In den 16 Liedern kommt jede Emotion, von der romantischen Verliebtheit bis zur aufgebrachten Wut der verlorenen Liebe, zum Ausdruck. Wolfgang Braun und Bernhard Müller zeigten mit großem Einfühlungsvermögen, mal voller Humor, mal voller Leidenschaft ihr Können. Jakob Schröder am Flügel begleitete die Sänger souverän und mit sichtbarer Spielfreude. Zwar ging ihm bei "Im Rhein, im heiligen Strome" ein wenig die Leidenschaft durch, und Wolfgang Braun war den markanten Akkorden nicht ganz gewachsen, aber besonders die gefühlvollen Nachspiele in den Liedern der "Dichterliebe" beeindruckten die Zuhörer.

Nach nicht enden wollendem Beifall und Jubelrufen des begeisterten Publikums bedankte sich Vorsitzende Theodora Kupke bei den Künstlern für ihren Mut, die hoch anspruchsvollen Werke für "MUT" gesungen zu haben und bei Carol Bischoff für die Vorbereitung und Ausführung des großartigen Konzerts.

 

 

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