21.05.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Arbeitnehmer mit Behinderung Thema bei Unternehmertag - Neues Faltblatt informiert Jeder Zehnte hat ein Handicap

Warum eigentlich einen Arbeitnehmer mit Behinderung einstellen? Warum sollte sich jemand mit Behinderung für einen Arbeitsplatz außerhalb des klassischen Werkstättenbereichs interessieren? Und wie kann ich einen Mitarbeiter mit Behinderung im Betrieb behalten? Um solche Fragen ging es in lockerer Atmosphäre beim Unternehmertag, zu dem das Netzwerk Inklusion, der Integrationsfachdienst und die Wirtschaftsförderung im Landkreis eingeladen hatten.

Stellten die neuen Faltblätter für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor, von links: Martin Stangl (stellvertretender Vorsitzender Industrie- und Handelsgremium Nordoberpfalz), Winfried Mellar (Bereichsleiter Fachkräftesicherung der IHK Regensburg), Manina Sobe (Leiterin des Integrationsfachdienstes Oberpfalz), Christina Ponader (Koordinatorin des Netzwerks Inklusion im Landkreis Tirschenreuth), Hilmar Fütterer (Projektleiter im Bildungsmanagement des Landkreises Tirschenreuth), Dr. Alfred Scheidler (stellvertr
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Nachteile ausgleichen

"Fast jeder zehnte Mensch in Deutschland ist schwerbehindert. Nahezu 60 Prozent davon haben Abitur, die Hälfte hat einen Abschluss auf Fachkräfteniveau. Trotzdem sind sie häufiger arbeitslos als Nichtbehinderte", sagte Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich. Mit mehr als 40 Gästen war die Veranstaltung im "Seenario" gut besucht. So waren elf Unternehmer und fünf inklusionserfahrene "Tandems" aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gekommen, um über ihre Erfahrungen zum Thema "Arbeitnehmer mit Behinderung" zu sprechen. Dabei wurden neue Faltblätter vorgestellt, die den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern sollen.

Wertvolle Fachkräfte

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler lobte die Arbeit: "Netzwerken ist die Zukunft - so können wir schneller und effektiver Inklusion voranbringen. Im Bereich Arbeit kenne ich gelungene Einzelfälle, aber da gibt es noch mehr Potenzial." Martin Stangl sprach als stellvertretender Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums: "Menschen mit Behinderung sind oft wertvolle Fachkräfte, die ihre Behinderung erst im Lauf des Lebens erworben haben oder eine nicht sichtbare Behinderung haben." Inklusion betreffe auch Themen wie Alter, Migration, psychische Krankheit oder Familienfreundlichkeit.

Winfried Mellar von der IHK betonte die zahlreichen Fördermöglichkeiten und die unkomplizierte Beratung: "Egal welche Nummer auf dem Flyer Sie anrufen - Sie werden schnell an die richtige Stelle vermittelt." Christina Ponader vom Netzwerk Inklusion legte den Fokus auf die Information der Arbeitnehmer in verständlicher Sprache. "Arbeit ist nicht nur Werkstätte", betonte sie. Beim anschließenden Unternehmertag gab es viele praxisnahe Auskünfte. Manina Sobe vom Integrationsfachdienst Oberpfalz sagte: "Als Fachkraft aus der Wirtschaft habe ich mich gefragt, was der Gewinn von Inklusion ist. Man kann ihn auch in Zahlen messen, aber ich habe vor allem erfahren - Inklusion tut gut! Sie schafft ein neues Miteinander, Vielfalt im Betrieb und manchmal auch Entschleunigung." Wichtig sei, den Fokus auf die Menschen mit Behinderung zu legen: "Zu fragen, was möchtest du? Nicht Eltern oder Lehrer. Die Arbeitsplätze müssen in Zukunft an den Menschen angepasst werden - egal, ob mit oder ohne Behinderung."

"Tandems" im Gespräch

Für Tischgespräche standen "Tandems" aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Verfügung: für den Bereich unterstützte Beschäftigung Jessika Wöhrl-Neuber und Deborah Bregler (Familienzentrum Mittendrin Kemnath) sowie Ursula Frank und André Wolfrum (Haus Phoenix Mitterteich), für den Bereich Außenarbeitsplatz und erster Arbeitsmarkt Angelika Würner und Stephanie Eckert (AWO Plößberg), für den Bereich Berufssicherung Josef Andritzky und Daniel Indra (Firma Kassecker Waldsassen) und Dagmar Nachtigall und Robert Böhm (Sparkasse Oberpfalz Nord). Eine Wiederholung dieses erfolgreichen Unternehmertags ist geplant.

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Der Flyer und weitere Informationen:

www.inklusion-tirschenreuth.de

Im Bereich Arbeit kenne ich gelungene Einzelfälle, aber da gibt es noch mehr Potenzial.Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler über die Beschäftigung Behinderter
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