Arbeitslosenquote im Landkreis Tirschenreuth auf rekordverdächtigen 3,6 Prozent
Mildes Wetter und gute Auftragslage

Wirtschaft
Tirschenreuth
03.01.2017
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Zum Winterbeginn lag die Arbeitslosenquote im Bezirk Tirschenreuth bei rekordverdächtigen 3,6 Prozent. Zwar stieg die Zahl von November auf Dezember moderat um knapp 40 auf 1468 erwerbslose Personen. Dieser Anstieg ist im Zuge der jahreszeitlichen Entlassungen aber üblich und lag deutlich unter den Vorjahreswerten. Innerhalb von 9 Jahren hat sich die Zahl der Arbeitslosen mehr als halbiert. Im Dezember 2007 wurden noch 3159 Arbeitslose registriert.

"Das milde Wetter und die weiterhin gute Auftragslage bewirkten einen lediglich leichten Anstieg in den letzten vier Wochen", sagt Gerlinde Sollacher-Kraus, Leiterin der Agen-tur für Arbeit Tirschenreuth. "Vor allem Männer meldeten sich im Dezember. Viele waren in Branchen wie im Bauhaupt- und -nebengewerbe, Transportwesen oder in Gartenbauberufen beschäftigt."

Rund 590 Männer und Frauen waren über 50 Jahre und auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle. "Immer mehr Firmen signalisieren Einstellungsbereitschaft, wenn sich qualifizierte und motivierte Arbeitnehmer mit Berufserfahrung vorstellen", so Sollacher-Kraus. "Im Hinblick auf den hohen Fachkräftebedarf hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Davon profitieren auch Arbeitslose Menschen mit Behinderung und Personen, die bereits länger auf der Suche nach einer Beschäftigung sind." Laut Arbeitsagentur waren 151 Schwerbehinderte (36 weniger als vor einem Jahr) und 516 Langzeitarbeitslose (minus 69) gemeldet. Bei den Personen unter 25 Jahren waren 155 von Arbeitslosigkeit betroffen, sieben mehr als im Vorjahr. Insgesamt 209 Personen ausländischer Herkunft waren arbeitslos gemeldet.

"Die gute wirtschaftliche Situation, aber auch die intensiven Förderprogramme sind ursächlich für die geringere Arbeitslosigkeit. Bemerkenswert ist, dass auch viele Kunden vom Jobcenter erfolgreich vermittelt wurden", kommentiert Sollacher-Kraus. "Das Thema Qualifizierung wird nicht nur für erwerbslose Menschen in der Region, sondern auch für die steigende Anzahl von arbeitslos gemeldeten Flüchtlingen weiterhin als wichtiges Förderinstrument in den Mittelpunkt stehen."

Die aktuellen Daten zur Beschäftigung weisen zum Stichtag 30. Juni 23 778 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Männer und Frauen aus. Mit 1,7 Prozent deutlich mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg zeigt sich in vielen Wirtschaftszweigen, insbesondere im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahr-zeugen, bei Heimen und im Bereich Sozialwesen.
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