31.01.2018 - 13:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Arbeitslosenstatistik im Landkreis Tirschenreuth Winter lässt Arbeitsmarkt kalt

Vom Winter zeigt sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth diesmal wenig beeindruckt. Die Quote bleibt auch im Januar deutlich unter fünf Prozent. Und die weiteren Aussichten sind ebenfalls nicht schlecht.

von Externer BeitragProfil

Die Arbeitslosenzahl ist im Agenturbezirk Tirschenreuth in den vergangenen vier Wochen nur moderat um rund 337 Personen auf 1670 angestiegen. Die Arbeitslosenquote im Januar 2018 lag bei vergleichsweise niedrigen 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren noch 1839 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Ungebrochen auf Rekordniveau befindet sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. 625 Stellenangebote waren der Arbeitsagentur gemeldet.

Moderater Anstieg

Der neue Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, Thomas Franz, informiert über die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt: "Die üblichen saisonbedingten Entlassungen kennzeichneten den Januar. Insbesondere Freistellungen in witterungsabhängigen Branchen bewirkten in den vergangenen vier Wochen einen Anstieg der Arbeitslosenzahl. Dieser fällt aber dank der bislang eher milden Temperaturen noch moderat aus. Betroffen waren vor allem Männer, die in der hiesigen Bau-branche, im Garten- und Landschaftsbau oder bei Fuhrunternehmen tätig waren. Obwohl wir noch mit verstärkten Meldungen im Februar rechnen, gibt es bereits positive Signale für den regionalen Arbeitsmarkt. Zahlreiche Unternehmen melden gut gefüllte Auftragsbücher und signalisieren einen entsprechenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Im Januar haben sich 628 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, rund 60 weniger als vor einem Jahr. Annähernd 300 Personen konnten die Arbeitslosigkeit beenden. 45,2 Prozent aller Arbeitslosen in der Region sind älter als 50 Jahre (755 Personen). Die Zahl der Arbeitslosen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von länger als einem Jahr sinkt erfreulicher Weise gegenüber dem Januar 2017 überproportional um 17,9 Prozent auf 430. Die arbeitslosen Menschen mit Behinderungen erreichen annähernd konstant das Vorjahresniveau. Im Berichtsmonat waren 187 Schwerbehinderte bei der Arbeitsagentur gemeldet.

200 ausländische Arbeitslose sind gemeldet. Das sind acht weniger als im Vorjahresmonat. "Wir wissen, dass perspektivisch mit steigender Zahl der Anerkennungen von Flüchtlingen auch die Arbeitslosenzahlen beeinflusst werden. In den vergangenen Monaten haben wir uns intensiv mit geflüchteten Menschen und deren Integration in den Arbeitsmarkt beschäftigt. Maßnahmen und Projekte wurden erarbeitet, die in den nächsten Wochen und Monaten umgesetzt werden. Dadurch werden noch mehr dieser Menschen in die Lage versetzt, Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen", informiert Franz.

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt ausschließlich einen Anstieg in der Arbeitslosenversicherung. Franz ergänzt: "Entlassungen wurden insbesondere in witterungsabhängigen Branchen ausgesprochen. Die Vermittlungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Tirschenreuth waren daher für 956 Personen Ansprechpartner, das waren 341 mehr als im Vormonat." Das Jobcenter Tirschenreuth betreute 711 hilfebedürftige erwerbslose Männer und Frauen, deutlich weniger als im Januar 2017 (816).

Weiter zu wenig Fachkräfte

Den hohen Einstellungsbedarf der Unternehmen zeigt die Zahl der gemeldeten Stellen auf. Dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur waren insgesamt 625 offene Stellenangebote gemeldet, davon 599 sozialversicherungspflichtig. "Mit dieser Anzahl liegen wir rund 15 Prozent über dem Vorjahresniveau. Trotz vieler bereits erfolgter Einstellungen ist der Personalbedarf ungebrochen auf Rekordniveau", so Franz. Gesucht werden vor allem Fachkräfte im verarbeitenden Gewerbe (108 Stellenangebote). Gute Jobperspektiven versprechen auch die 86 Angebote in den Sozial- und Gesundheitsberufen, und auch die Bauwirtschaft meldet bereits wieder einen hohen Bedarf mit rund 80 offenen Stellen.

Fachkräftemangel eine Chance

Der Fachkräftemangel ist für viele Menschen, die zuletzt keine Anstellung hatten, eine Chance. In Beratungsgesprächen informiert und motiviert die Arbeitsagentur ihre Kunden, Zusatzqualifikationen zu erwerben und an Bildungsmaßnahmen teilzunehmen.

Der zunehmende Fachkräftemangel werde bei den Arbeitgebern immer spürbarer. "Immer mehr Firmen bieten auch Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren, die Chance, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", so die Agentur für Arbeit. Auch gut ausgebildete Menschen mit Behinderungen würden ein gutes Arbeitskräftepotential darstellen. Für diese benötige die Agentur weitere Stellenoptionen. Der Arbeitgeber-Service informiert interessierte Arbeitgeber unter Telefon 0800/4555520."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.