04.07.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Erzeugergemeinschaft Milchhof Erstmals Vertrag für Biomilch

Milch macht nicht nur müde Männer munter, sondern bringt die Milchbauern bisweilen regelrecht auf die Palme, wenn der Milchpreis ins Uferlose absackt. Für die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft gibt es hier positive Kunde.

Bernhard Kost (Dritter von links), Michael Schwägerl (Fünfter von links) und Martin Härtl (Fünfter von rechts) im Kreis der Vertreter der BMI, der Ehrengäste und der Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth. Rechts Vorstandsvorsitzender Bernhard Schuller. Bild: kro
von Konrad RosnerProfil

(kro) Um weitere fünf Jahre haben die Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth und die Bayerischen Milchindustrie (BMI) ihren Milchkaufvertrag verlängert. Bis zum 31. Dezember 2022 läuft der Kontrakt. Dies gab der Vorstandsvorsitzende der Erzeugergemeinschaft, Bernhard Schuller aus Pirk, bei der 75. ordentlichen Generalversammlung der Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth bekannt.

Verträge wichtig

Schuller informierte weiter, dass erstmals für den gleichen Zeitraum ein Biomilchkaufvertrag abgeschlossen worden ist. Schuller: "Es hat sich in der langen Krise gezeigt, wie wichtig Milchkaufverträge sind." Die Geschäftsführung habe damit den nötigen Spielraum und werde nicht durch Vergleichspreise "geknebelt". Schuller ist überzeugt, dass der erwirtschaftete Milchpreis der BMI sich auch zukünftig mit den Wettbewerbern messen lässt. Schullers Resümee für 2016: "Trotz der kräftigen Erholung der Milchpreise im zweiten Halbjahr 2016 muss einer absatzorientierten Milchproduktion größeres Augenmerk geschenkt werden."

Im November/Dezember 2013 betrug der Auszahlungspreis für einen Liter Milch noch 41,70 Cent. Das Ende der Quotenregelung habe ein starkes Ansteigen der Milchmenge ausgelöst, was zu großen Marktstörungen führte. Der Erzeugerpreis sei dadurch bedingt im Mai 2016 auf 23,20 Cent regelrecht eingebrochen. Staatliche Programme hätten dafür gesorgt, dass die Liquidität der Betriebe erhalten blieb. Nach einer langen Leidenszeit für die Erzeuger, sei der Milchpreis im Dezember 2016 wieder auf 33,20 Cent gestiegen, aktuell betrage der Milchpreis 35,20 Cent pro Liter.

In seinem sehr umfassenden Bericht appellierte Schuller an die Mitglieder, das anspruchsvolle Angebot der BMI anzunehmen, "denn in diesen Produkten findet sich unsere Milch wieder." Aktuell, so Schuller, habe die Erzeugergenossenschaft 462 Mitglieder mit 21 693 Anteilen. 2016 seien von 273 Erzeugern 79 238 627 Kilogramm Milch angeliefert worden. Die Tagesanlieferung habe im Schnitt 217 092 Kilogramm betragen, was ein Plus von 2,89 Prozent sei. Die Umstellung auf Milchgewinnung ohne Gentechnik werde ausgeweitet.

Peter Hartmann, Vorstandssprecher der BMI Landshut, verwies darauf, dass die Landwirte 74,9 Prozent der Anteile der BMI als Eigentümer halten, ehe er sehr detailliert auf die aktuelle Lage im Milchmarkt einging. Hartmann betonte, dass sich die Neustrukturierung der BMI im Jahr 2009 als richtig herausgestellt habe, "ohne sie wären wir heute wohl nicht mehr hier". Heute könne sich die BMI wieder sehen lassen, das wirtschaftliche Eigenkapital sei auf 71,1 Millionen Euro angestiegen.

Dieses Eigenkapital sei wichtig, um sich weiter entwickeln zu können. Hartmann verwies darauf, dass die BMI-Produkte, die an neun Standorten produziert werden, am Markt und im Export sehr gut angenommen werden. Sehr umfassend und ausführlich ging Günther Edelmann auf den Jahresabschluss der Erzeugergemeinschaft Tirschenreuth ein. Der Umsatz betrug 22,878 Millionen Euro. Den Jahresüberschuss bezifferte er auf 7069 Euro, so dass insgesamt ein Bilanzgewinn von 367 502 Euro zu Buche stehen. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Eckert bestätigte die Zahlen. Einstimmig wurden alle Gremien entlastet.

In den Aufsichtsrat

Bei den turnusgemäß anstehenden Neuwahlen wurde Michael Schwägerl aus Schwarzenbach erneut in den Vorstand, Martin Härtl aus Kleinbüchlberg und Bernhard Kost aus Albernhof in den Aufsichtsrat gewählt.

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