Firmen suchen noch Lehrlinge
Arbeitsmarkt-Zahlen für August

Wirtschaft
Tirschenreuth
31.08.2017
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Die Arbeitslosigkeit ist im August im Landkreis Tirschenreuth wieder etwas angestiegen. Dies ist aber kein Grund zur Sorge, denn die Entwicklung war vorhersehbar und die Gründe liegen auf der Hand.

Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt nach einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit die gute Entwicklung: Mit 1412 Arbeitslosen lag der Landkreis deutlich unter den Vorjahreszahlen (1635). Saisonbedingt stieg die Arbeitslosenquote in den vergangenen vier Wochen auf 3,5 Prozent. Laut Arbeitsagentur beendeten zahlreiche Jugendliche ihre Ausbildung oder Schule und waren im August auf Arbeitssuche. 692 Stellenangebote verheißen gute Einstellungsprognosen für den Herbst.

Urlaubszeit wirkt sich aus

Der Ferienmonat August wirkte sich auch auf das Einstellungsverhalten aus. "In der Haupturlaubszeit waren zahlreiche Unternehmen zurückhaltend bei der Neueinstellung. Die große Zahl an gemeldeten Stellen signalisiert dennoch, dass im Herbst eine hohe Dynamik am Arbeitsmarkt zu erwarten ist", informiert Margot Salfetter, Leiterin der Agentur für Arbeit Tirschenreuth.

Jahreszeitlich üblich stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen deutlich an. Im Berichtsmonat waren 126 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im Juli. Arbeitssuchend waren insbesondere junge Menschen unter 25 Jahre, die sich zum Ende ihrer Ausbildung bzw. ihres Schuljahres meldeten. Zeitgleich waren auch exmatrikulierte Hochschulabgänger und Personen mit Saisonverträgen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Insgesamt meldeten sich 510 Menschen neu oder erneut arbeitslos, und im gleichen Zeitraum konnten 382 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Von der guten wirtschaftlichen Lage profitierten auch Arbeitslose, die bereits länger auf Jobsuche waren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank auf ca. 430 Personen, ein Rückgang um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von der stabilen Beschäftigungssituation in der Region partizipierten auch Menschen mit Behinderung (155 Arbeitslose) und ältere Arbeitnehmer (543). Laut Salfetter können vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs ältere Arbeitnehmer zunehmend bei den Firmen punkten.

Auch die Zahl der arbeitslosen Menschen ausländischer Herkunft sank binnen eines Jahres auf 244 Erwerbslose. Im Kontext von Fluchtmigration waren im Berichtsmonat 133 Personen im Landkreis arbeitslos ge-meldet.

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen konnte im vergangenen Jahr Arbeitslosigkeit abgebaut werden.

Salfetter ist mit der Entwicklung zufrieden: "Das sind 15 Prozent weniger arbeitslose Menschen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (659 Arbeitslose) und ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen um zwölf Prozent im Bereich der Grundsicherung (753 Arbeitslose). Mit unseren Vermittlungsaktivitäten, passgenauen Förderprogrammen und einer intensiven Betreuung haben wir die gute wirtschaftliche Situation genutzt, um möglichst viele Menschen beruflich zu integrieren. Ein Blick auf die gemeldeten Stellenangebote lässt auf eine anhaltende Dynamik hoffen."

Mit aktuell 692 Stellenangeboten signalisieren die regionalen Unternehmen eine hohe Einstellungsbereitschaft für die kommenden Wochen. Das Spektrum an Berufsmöglichkeiten ist branchenübergreifend groß. So meldet der Arbeitgeber-Service viele Arbeitsstellen in Produktions- und Fertigungsberufen (251 Stellen), in der Branche Verkehr und Logistik (143) und im Bereich Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (83).

Aber auch die Gesundheits- und die Sozialbranche offeriert 98 freie Stellen. Ungebrochen hoch ist der Personalbedarf in der Lagerwirtschaft und im Verkauf. Für ausgebildete Altenpfleger und -pflegerinnen, Fachkräfte für Elektrische Betriebstechnik oder Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik bieten sich beste berufliche Möglichkeiten.

Viele freie Lehrstellen

Auf dem Ausbildungsstellenmarkt zeigt sich ein zunehmendes Ungleichgewicht. Im August lag die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen bei rund 130 und damit deutlich über den aktuell noch gemeldeten ca. 60 Bewerbern. Salfetter spricht von "Berufsmöglichkeiten, die oft sehr gute Karrierechancen eröffnen". So werden Auszubildende unter anderem für die Berufe Fachverkäufer, Mechatroniker, Kaufmann, Büromanagement und Fachinformatiker gesucht.

Bei der Fachkräftegewinnung unterstützt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur die Unternehmen. Betriebe können die Vermittlungskräfte unter der kostenfreien Nummer 0 800 4 5555 20 kontaktieren
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