Freude in der Agentur für Arbeit
Arbeitsmarkt im Landkreis brummt

Wirtschaft
Tirschenreuth
30.06.2017
66
0

Freude in der Agentur für Arbeit: Im Landkreis Tirschenreuth präsentiert sich der Arbeitsmarkt weiter in sehr guter Verfassung. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 3,2 Prozent.

1305 Männer und Frauen waren im Juni von Arbeitslosigkeit betroffen, ca. 260 Personen weniger als vor einem Jahr. Ungebrochen hoch ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in der Region. Die Leiterin der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, Margot Salfetter, zieht ein positives Fazit zu den aktuellen Zahlen: "Genau in der Waage ist die Zahl der Zugänge in bzw. Abgänge aus Arbeitslosigkeit. 346 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 345 Personen beendeten die Arbeitslosigkeit. Die anhaltend starke Konjunktur bewirkt eine hohe Arbeitskräftenachfrage, die deutlich über dem Vorjahresniveau liegt."

Programme greifen

Dies spiegelt sich auch in der hohen Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen wider (24 312 im Dezember 2016). Positiv ist insbesondere, dass von der guten Arbeitsmarktlage zunehmend auch Menschen profitieren, für die der Zugang am Arbeitsmarkt aus verschiedensten Gründen erschwert ist. Salfetter: "Programme und eine intensive Betreuung von Langzeitarbeitslosen zeigen Wirkung." So verringerte sich die Zahl der Personen, die bereits länger als ein Jahr auf der Suche nach einer Arbeit waren, binnen eines Jahres um rund 20 Prozent auf 460 arbeitslose Menschen. Mit Blick auf das Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung auf ca. 150 Personen. Von den über 50-Jährigen waren rund 550 von Arbeitslosigkeit betroffen, und auch bei den Jugendlichen unter 25 Jahre sank die Arbeitslosenzahl auf rund 140 Personen.

185 Menschen ausländischer Herkunft waren erwerbslos, ein deutlicher Rückgang um 62 Personen. Im Kontext mit Fluchtmigration waren 84 arbeitslose Männer und Frauen im Landkreis gemeldet. "Gute Deutschkenntnisse sind unabdingbar bei der Integration in den Arbeitsmarkt", ergänzt Salfetter. "Mit einem regelmäßigen Austausch zwischen allen Netzwerkpartnern und engen Absprachen unterstützen wir arbeitslose Flüchtlinge."

Engpass bei Fachkräften

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Im Vergleich zum Vorjahr sank in beiden Rechtskreisen die Zahl der arbeitslosen Menschen. Ca. 540 Personen waren bei der Agentur für Arbeit Tirschenreuth erwerbslos gemeldet. Das Jobcenter Tirschenreuth unterstützte im Juni rund 760 arbeitslose Männer und Frauen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle.

Mittlerweile branchenübergreifend ist der bestehende Fachkräfteengpass spürbar. Von den aktuell 530 unbesetzten Arbeitsstellen wurden ca. 180 freie Stellen von der Zeitarbeitsbranche gemeldet. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur nutzt viele Wege, um dem Fachkräftebedarf der Unternehmen zu begegnen. Im Ge-spräch mit den Personalverantwortlichen werden verschiedene Rekrutierungsmöglichkeiten erläutert, so nutzen Firmen zunehmend die Möglichkeit, Teilzeitausbildungsplätze anzubieten. Laut Salfetter eine gute Möglichkeit für die Betriebe, Fach-kräfte zu akquirieren: "Teilzeitausbildungen werden zunehmend von Frauen zwischen 25 und 35 Jahre nachgefragt, die wegen Kindererziehung keine Ausbildung vorweisen können. Mit diesem Ausbildungsmodell können Familie und Berufsaus-bildung gut kombiniert werden.

Der Arbeitgeber-Service verzeichnet in vielen Bereichen einen hohen Personalbedarf, unter anderem bei den Verkehr- und Logistikberufen mit ca. 100 Stellen. Nachwuchssorgen verkündet nicht nur der Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) bei Berufskraftfahrern, auch andere Unternehmenszweige melden viele unbesetzte Stellen. Aktuell sind in technischen Berufen (Metallerzeugung, Mechatronik, Energie- und Elektroberufe, Maschinenbau- und Fahrzeugtechnikberufe) 135 Arbeitsplätze unbesetzt. Im Gesundheitssektor sind rund 70 und in der Baubranche etwa 50 Arbeitsplätze frei. Gute Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt bieten sich derzeit den 154 noch unversorgten Bewerbern. Im Juni waren rund 201 Lehrstellen unbesetzt.

WhatsApp für Lehrlinge

Die Agentur für Arbeit rät Jugendlichen, die noch unentschlossen sind, wie es nach der Schule weitergeht, das Beratungsangebot der Berufsberatung zu nutzen. Einen allerersten Schritt, um sich beruflich zu orientieren, bietet der "What`sMeBot"-Check für Jugendliche. Über WhatsApp werden acht Fragen zum persönlichen Berufstyp gestellt. Für Beratungsgespräche können unter der kostenfreien Rufnummer 0800/4555500 Termine bei der Berufsberatung vereinbart werden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.