Gewerkschafter und Wirtschaftsförderer im Gespräch über Industrie 4.0
Chancen und Risiken

Wirtschaft
Tirschenreuth
28.12.2016
82
0

"Industrie 4.0: Perspektiven, Chancen aber auch Risiken?" Zum Gedankenaustausch trafen sich DGB-Regionssekretär Peter Hofmann, und Manfred Dietrich, Wirtschaftsförderer im Landkreis Tirschenreuth. Sowohl Perspektiven für die jungen Menschen, als auch Chancen im überregionalen Wettbewerb der Unternehmen konnten daraus schnell festgestellt werden.

Aber auch die Risiken, wie mögliche Arbeitsplatzreduzierung im Zuge der weiteren Digitalisierung wurden erkannt. Einig war man sich, dass die Sozialwirtschaft weiterhin - und besonders in naher Zukunft - als "Jobmotor" zeigen werde. Das bringe neue Perspektiven in der Dienstleistung, die in der heutigen Form erst am Anfang stünden. "Dafür werden Arbeitskräfte, auch außerhalb der Pflegeberufe noch stärker gesucht werden2, hieß es.

Für Peter Hofmann war es besonders wichtig, dass Betriebs- und Personalräte rechtzeitig Themen mitgestalten, wie zum Beispiel was eigentlich Arbeitszeit sei. Aber auch ständige Erreichbarkeit, flexible Arbeitszeit oder Home- Office-Arbeitsplätze.

Dies unterstreiche die Forderung des DGB für das Bildungsfreistellungsgesetz, das es in allen anderen Bundesländern außer Bayern und Sachsen schon lange gebe. "Die Fort- und Weiterbildung wird in den nächsten Jahren noch viel stärker an Bedeutung gewinnen." Wenn von der Wirtschaft ein "Leben langes Lernen" ausgegeben werde, dann müsse man den Arbeitnehmern auch die rechtlichen Grundlagen dafür geben.

Digitales Arbeiten führe nicht automatisch zu besseren Arbeitsbedingungen. Hofmann erinnerte an eine repräsentative Befragung des DGB, wonach bei 46 Prozent der Arbeitnehmer, die sehr stark digitalisiert arbeiten, die Arbeitsbelastung enorm gestiegen sei.

45 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sich nichts verändert habe. Und nur 9 Prozent seien in ihrer Arbeit entlastet worden. "Im Digitalen Zeitalter von 4.0 ist es wichtig, dass wir alle Menschen auf die Reise mitnehmen und weiterhin die Roboter für uns arbeiten lassen und nicht umgekehrt."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.