07.11.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Individuelle berufliche Weiterbildung und E-Learning Industrie 4.0 kann kommen

Eine Nasenlänge voraus ist die Kolping-Berufshilfe, wenn es um neue Lernmethoden für die wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes geht. Das Schlüsselwort vom lebenslangen Lernen in Zusammenhang mit Industrie 4.0 ist hier alltäglich.

Heiko Bachmeier und Geschäftsleiterin Margot Salfetter (von links) von der Agentur für Arbeit haben sich bei der Kolping-Berufshilfe umgeschaut. Sie ließen sich von Rudolf Kreuzer, Prokuristin Petra Krützner (hinten von links) und Geschäftsführer Johannes Saalfrank (rechts) über modernes Lernen im Zeichen von Industrie 4.0 informieren lassen. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

"Für Industrie 4.0 konnte bisher niemand ein schlüssiges Konzept entwickeln", sagte Rudolf Kreuzer, Leiter der Erwachsenenbildung bei der Kolping-Berufshilfe Tirschenreuth, zu seinen Gästen, der Leiterin der Agentur für Arbeit, Margot Salfetter, und Agentur-Mitarbeiter Heiko Bachmeier. Kolping-Geschäftsführer Johannes Saalfrank und Prokuristin Petra Krützner hießen die Gäste, die sich über die neuen E-Learning-Module und Individuelle Berufliche Weiterbildung (IBW) informieren wollten, willkommen im Haus. Kolping habe die raschen und ständigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt immer im Auge behalten, sagte Kreuzer. Die Hausaufgaben seien bereits 2013 gemacht und im Hinblick auf Industrie 4.0 weiter verbessert worden, ergänzte Petra Krützner.

"Wer den anderen diesen Schritt voraus ist, wird in der Wirtschaft mit offenen Armen empfangen", berichtete Kreuzer aus der Praxis. Vermittlungsquoten würden mit 90 Prozent der Kursteilnehmer für sich sprechen. "Als Bildungsträger mussten und müssen wir schnell reagieren", fügte Johannes Saalfrank an. Dies funktioniere hier im Haus bestens mit gut ausgelegten EDV-Systemen.

Um das Optimum zu finden, habe sich Kreuzer Zeit genommen auf der Suche nach den richtigen Programmen, die dann auf die Bedürfnisse von Kolping zugeschnitten wurden. "Und wir haben dafür auch finanziell investiert", betonte Saalfrank. Er stellte die hohe Effektivität der Lernmodule heraus. Hier könne sich jeder Kursteilnehmer selbst die auf sein Berufsbild zugeschnittenen Lerninhalte erarbeiten. "Jeder lernt das, was er braucht", so Saalfrank. Dies sei insbesondere wichtig, da die Betriebe von ihren Leuten individuelle Vorkenntnisse, manchmal schon vor der Anstellung beim Bewerbungsgespräch, einfordern würden.

CNC-Fräsen am PC

"Das muss man sich vorstellen wie einen Flugsimulator", erklärte Kreuzer anhand eines neuen Lernmoduls. Eine CNC-Fräse könne am PC bedient werden, als stünde der Kursteilnehmer direkt vor dem Gerät. Da spielten unterschiedliche Berufsgruppen im Lernprozess in einem gemeinsamen Raum keine Rolle mehr. "Bei uns lernen in einem Raum am PC Metaller, Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker, Kaufleute und andere Berufsgruppen gemeinsam", so Kreuzer. Nicht zu kurz käme dennoch die persönliche Beratung durch das Kolping-Team. Und die Qualifizierungsmaßnahme könne gefördert werden, wurde ein weiterer Vorteil genannt.

SAP leicht gemacht

Für den kaufmännischen Bereich hat sich Kreuzer im August erfolgreich um Lerninhalte zu "SAP leicht gemacht" bemüht. Denn die Mitarbeiter müssten auch auf die enge Vernetzung der internen Arbeitsabläufe in Betrieben gut vorbereitet sein. "Es reicht nicht mehr nur, dass eine Kauffrau Rechnungen erstellt", sagte der Leiter der Erwachsenenbildung.

Interesse von auswärts

Das erfolgreiche Tirschenreuther Lern-Konzept sei bereits vom Kolping-Bildungswerk Weiden übernommen worden, berichtete Saalfrank. Und in wenigen Tagen werden Teams von Kolping Stuttgart, Würzburg und Bamberg an der Heißenberger Straße erwartet. Die Kollegen sind auf das in Köln mit einem bundesweiten Lern-Award ausgezeichnete Lernmodulsystem in Tirschenreuth aufmerksam geworden und wollen sich informieren..

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp