Intensive Beteiligung der Landwirte beim Boden- und Gewässerschutz beeindruckt
Besuch aus der Türkei

Herausragende Leistungen für den Boden- und Gewässerschutz interessierten die Gäste besonders, zum Beispiel die Bemühungen des Ortes Hagenohe bei Auerbach. Bild: exb
Wirtschaft
Tirschenreuth
10.09.2017
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Hochwasserschutz und Flurneuordnung sind auch in der Türkei wichtige Themen. Das wurde bei einem ungewöhnlichen Treffen deutlich. Eine 14-köpfige Delegation der türkischen "Wasserwirtschaftsverwaltung" (General Directorate of State Hydraulic Works - DSI) besuchte das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz zu einem dreitägigen Informations- und Erfahrungsaustausch. Das DSI betreut in der Türkei Flurneuordnungen im Zusammenhang mit wasserbaulichen Maßnahmen wie dem Hochwasserschutz oder Bewässerungsprojekten. Behördenleiter Thomas Gollwitzer gab allgemeine Informationen zur Verwaltung, insbesondere zu den politischen Vorgaben und Zielen, Handlungsprinzipien und -schwerpunkten. Als praktische Beispiele dienten laufende Vorhaben in der Oberpfalz.

Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung sei auch im Bereich Hochwasserschutz und Wasserrückhalt ein wichtiger Partner der ländlichen Kommunen in Bayern, erklärte Gollwitzer. Bei der zweitägigen Fachexkursion erhielten die türkischen Experten vor Ort einen Überblick über die Arbeitsweise und Instrumente der deutschen Kollegen. Am Beispiel des Verfahrens Hagenohe im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde den Teilnehmern die Initiative "boden:ständig" vorgestellt. Mit Rückhaltebecken, der Anhebung landwirtschaftlicher Wege und einem Grabensystem wurde ein effektiver Boden-, Gewässer- und Hochwasserschutz umgesetzt.

Das von vier Kommunen getragene Projekt zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz am Krumbach im Landkreis Amberg-Sulzbach diente als Paradebeispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit. Als nächstes stand das Flurneuordnungs- und Dorferneuerungsverfahren Kollersried im Landkreis Regensburg mit einem naturnahen Grabenausbau und einer flächigen Wasserrückhaltung auf dem Programm. Die türkischen Vermessungs-, Agrar- und Bauingenieure waren beeindruckt von beiden Projekten, den Maßnahmen und der intensiven Beteiligung der betroffenen Landwirte.

Zum Abschluss des Besuches wurde die Baustelle des Flutpolders Riedensheim im Landkreis Ingolstadt besichtigt. Die benötigten Flächen für diese Maßnahme hat der Freistaat Bayern erworben. Das Bodenmanagement wird mit einem Unternehmensverfahren umgesetzt.
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