Mehler investiert drei Millionen Euro in Hochregallager
Parkhaus für halbfertige Ware

Ludwig und Paulus Mehler (von links) vor dem neuen Hochregallager, das 25 Meter in den Himmel ragt. Bis Weihnachten soll der Neubau geschlossen sein. Ab Mai 2018 soll die Anlage laufen. Bilder: Grüner (2)
Wirtschaft
Tirschenreuth
05.12.2017
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Praktisch in jeder Abteilung stören Wagen und Paletten den Arbeitsfluss.

Halbfertigware, die irgendwo in der Produktion steht, bis sie woanders gebraucht wird, stört gewaltig bei den Arbeitsabläufen. Die Tuchfabrik Mehler macht deshalb Nägel mit Köpfen und baut ein zweites Hochregallager.

Mit 25 Metern ragt das neue Lager 10 Meter höher in den Himmel als das erste, das vor fünf Jahren für Fertigware errichtet worden ist. Das neue hat ein Volumen von 5200 Kubikmeter auf 17 Etagen und fasst 500 Paletten, von denen jede 1000 Meter Stoff aufnehmen kann. Die Paletten sind Spezialanfertigungen aus Metall, 2,30 mal 1,20 Meter in der Fläche und haben Wände, so dass sie eher wie große Kisten aussehen.

Drei Millionen Euro

Drei Millionen investiert die Tuchfabrik in das Projekt. "Genauso viel wie 2012 in das erste Hochregallager", erklären die beiden Geschäftsführer Paulus und Ludwig Mehler. Der erste zeichnet für die kaufmännische Seite, der andere ist für die technische verantwortlich. So war es logischerweise Ludwig Mehler, der letztendlich die große Lösung ins Auge fasste und von seinem Cousin die finanzielle Machbarkeit eruieren ließ.

"Die Geschäfte laufen gut, und die ganze Sache ist ja schließlich ein Generationenprojekt", gab der Wirtschaftler grünes Licht. Ein großer Schritt in die Zukunft, denn immerhin frisst die Investition 25 Prozent des Jahresumsatzes. "Durch die stetig steigende Vielfalt diverser Qualitäten und das ständig wachsende Produktportfolio, haben wir immer mehr halbfertige Ware in der Produktion", stellt Paulus Mehler fest und bezeichnet die Situation als eine sehr unübersichtliche Sache. "Deshalb dieses Parkhaus, wie er das Hochregal gerne nennt. Mitten auf dem begrenzten Firmengelände entsteht es und ist so von allen Seiten einfach erreichbar. Alle Abteilungen haben schnellen Zugriff darauf.

Aus den verschiedenen Grundgeweben der Tuche ließen sich viele Artikel herstellen. "Deshalb steht immer viel herum, so lange bis entschieden ist, wie was individuell ausgerüstet wird. Mit dem neuen Parkhaus für Halbfertigware wird sich das schlagartig ändern. Sobald ein Produkt an einer Stelle veredelt ist, wird es im Hochregallager geparkt, bis es an anderer Stelle wieder weiterverarbeitet wird", freut sich der Firmenchef schon jetzt auf die zu erwartende Entzerrung im Betrieb.

Alles ist natürlich voll automatisiert. Und damit das auch wirklich funktioniert, haben die Auftraggeber die IGZ aus Falkenberg mit ins Boot geholt. Hard- und Software für die komplizierte Steuerung des Bedienelements im Innern des großen grauen Turms kommen von den Falkenberger Spezialisten. Bevor mit dem Bau, den die Firma Bäuml ausführt, begonnen werden konnte, mussten erst gigantische Fundamente gebaut werden. Auch die Infrastruktur mit Strom, Wasser und Kanal musste angepasst werden.

Neue Maschinen

Baubeginn war im Juli, im Mai kommenden Jahres soll die Anlage laufen. Die ehemalige Schlosserei wurde abgerissen und an andere Stelle im Haus verlegt. Und der komplette Brandschutz musste überarbeitet werden. Das ist aber längst nicht alles. Durch die Vielfalt der Produkte müssen auch neue Ausrüstungsmaschinen eingekauft werden, um bestimmte Effekte realisieren zu können. Alle Maßnahmen sind in der Investitionssumme berücksichtigt. Bis Weihnachten soll das Parkhaus komplett dicht sein. Wie die Fassade gestaltet wird, stehe noch in den Sternen. Eher dezent soll sie sich harmonisch in die Umgebung integrieren, sagt Paulus Mehler.

Durch die stetig steigende Vielfalt haben wir immer mehr halbfertige Ware in der Produktion.Geschäftsführer Paulus Mehler
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