02.08.2007 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Tirschenreuth: Deutsche Post setzt auf ""Teilzeit, aber auf Dauer"" - Nachfrage nach Ferienjobs ist sehr groß": Ferienarbeit hat Konjunktur

Das magere Taschengeld ein bisschen aufbessern, in den Berufsalltag reinschnuppern, vielleicht den Job fürs spätere Leben finden - Schüler und Studenten reißen sich um die Ferienarbeit. Das Angebot hält zwar mit der Nachfrage nicht mit, ist aber im Vergleich zu den anderen Jahren deutlich gestiegen.

von Autor EVSProfil

Bei der Straßenwalzenfabrik Hamm in Tirschenreuth gibt es mittlerweile eine Warteliste. Wer da drauf will muss sich teils schon im Vorjahr bewerben, um eine der begehrten Verdienstmöglichkeiten zu ergattern. Und das, obwohl immer mehr Stellen angeboten werden können, da auch die Firma weiter wächst.

Besondere Vorkenntnisse nicht notwendig

"Wir vergeben immer Ferienplätze", so Personalleiter Udo Kasseckert. "Allerdings sind es jedes Jahr unterschiedlich viele in den verschiedenen Bereichen wie Lager oder Verwaltung." Im Schnitt bleiben die Schüler drei Wochen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht notwendig. "Wir lernen sie schnell an." Ähnlich sieht es beim Bauunternehmen Kassecker in Waldsassen aus. Durch die neu hinzugekommene Betriebsstätte in Wiesau kamen heuer sechs Jungen im gewerblichen Bereich unter. "Wir nehmen so viele wie möglich. Wer sich am schnellsten bewirbt, wird genommen", so Angela Fräßdorf. "An dieser Arbeit sind eher Jungs interessiert."

Jugendliche müssen Schicht arbeiten

Schott-Rohrglas in Mitterteich nahm im vergangenen Jahr keinen einzigen Ferienarbeiter, heuer sind wieder über 30. "Die Jugendlichen müssen Schicht arbeiten und sollten deswegen mindestens 18 Jahre alt sein. Auch nehmen wir prinzipiell nur männliche Bewerber", heißt es aus der Personalabteilung. Doch genau wie bei allen anderen Firmen mussten bei Schott aufgrund der vielen Bewerbungen schon einige Absagen erteilt werden. Auch beim Erdenwerk Ziegler in Stein konnten 20 Plätze vergeben werden, mehr als in den Jahren zuvor. Allerdings war auch hier die Nachfrage größer als sonst. "Die Schüler verrichten vor allem kleinere Arbeiten im Außenbetrieb", so Miriam Ziegler. Bei einer 35-Stundenwoche bleiben die großteils männlichen Bewerber ab 16 Jahren durchschnittlich zwei Wochen.

Kein Platz in den Stadtverwaltungen

Wiesauplast hatte in den letzten Jahren ein ungefähr gleich bleibendes Angebot für Ferienarbeiter. Die Spritzgießfertigung mit etwa 25 bis 30 und die Kraftfahrzeugmontage mit ungefähr 15 Arbeitsmöglichkeiten sind jedoch wiederum nichts für jüngere Schüler. "Natürlich sind es nur einfachere Arbeiten, die die Jugendlichen zu verrichten haben, aber da sie im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten müssen, sollten sie mindestens 18 Jahre alt sein", erklärt die für Ferienjobs verantwortliche Mitarbeiterin. Schlechter sieht es da schon bei den Stadtverwaltungen aus. Tirschenreuth kann nur mit sehr wenigen Plätzen dienen.

Stadt Mitterteich stellt seit einigen Jahren niemanden mehr ein

Die Stadt Mitterteich jedoch stellt schon seit einigen Jahren überhaupt niemanden mehr ein. "Selbst wenn wir früher jemanden genommen haben, als alles noch manuell ablief, war das eher ein Gefälligkeitsdienst", stellt Hans Rüth klar. Die notwendige Einarbeitung in die komplizierten Programme mache die ganze Angelegenheit "nicht so einfach". Auch besäßen viele Schüler noch keinen Führerschein und kämen so nicht zu den verschiedenen Einsatzorten. "Wir versuchen im Moment unsere freien Stellen durch 1,50-Euro-Jobs abzudecken um auch das Problem der hohen Arbeitslosenquote zu mindern."

Damit begründet auch die Deutsche Post, dass sie keine Ferienjobs im Landkreis Tirschenreuth vergibt. "Unsere Strategie ist es, die Menschen längerfristig zu beschäftigen. Teilzeitbeschäftigung, aber auf Dauer," so Pressesprecher Erwin Nier.

 

 

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