22 behördliche Stellungnahmen: Gemeinderat feilt an Entwicklungskonzept für Trabitzer Ortskern
Keine Konflikte programmiert

Lokales
Trabitz
03.05.2013
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Von der Bahnlinie bis zum Polierweg und vom Heindlweiher bis Alt-Kurbersdorf wird das knapp 25 Hektar große Sanierungsgebiet "Ortskern Trabitz" reichen. So sieht es die Satzung vor, die der Gemeinderat verabschiedete. Zuvor hatten sich die Gemeindeverantwortlichen mit den Stellungnahmen von 22 Fachstellen zu dem Entwurf des "städtebaulichen Entwicklungskonzepts" nebst Zeit- und Maßnahmenplan für den Dorfkern zu befassen.

Eingeladen war auch Ortsplaner Klaus Stiefler, der das Konzept im Auftrag der Gemeinde erarbeitet und Beschlussvorschläge zu den behördlichen Anmerkungen formuliert hatte. Am ausführlichsten hatte sich das Landratsamt zu Wort gemeldet. Die Behörde erhob Bedenken gegen die Ausweisung von Bauland südlich und östlich der Metzgerei. Eine Wohnbebauung würde dort "in den Außenbereich hinausgreifen", vor allem aber "an Betriebe der Landwirtschaft und des Metzgerhandwerks in nicht akzeptabler Weise heran(rücken)".

Lärm und Geruch

Lärm- und Geruchsimmissionen seien nicht auszuschließen, zudem würde eine Erweiterung der beiden benachbarten Landwirtschaftsbetriebe erschwert. "Interessenkonflikte widerstreitender Nutzungen" wären folglich "programmiert". Ähnlich äußerte sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Bürgermeister Dieter Klein und der Gemeinderat nahmen diese Einschätzungen zur Kenntnis. Klein zeigte sich allerdings verwundert, denn anderswo in der Gemeinde habe die Kreisbehörde Neubauten in größerer Nähe zu landwirtschaftlichen Betrieben nicht moniert.
Zwar werde eine Bebauungsoption für das Gebiet "im vorliegenden Neuordnungskonzept nicht weiterverfolgt". Sie solle aber bei der endgültigen Bebauungsplanung erneut geprüft werden. Keine Einwendungen hatte der Landkreis gegen eine etwaige Baulandausweisung östlich des Kindergartens erhoben, so dass sich die Kommune dort "eine wünschenswerte bauliche Abrundung entlang der Kreisstraße" vorbehält. Zur Kenntnis genommen wurde ferner der Hinweis des Kreisbaumeisters, dass für einen etwaigen Campingplatz nördlich des Heindlweihers ein Bauleitplanverfahren nötig sei.

Lösung schwer zu finden

Auf Zustimmung stießen die Appelle der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, im Interesse von "Lebensqualität" und "Lebendigkeit von Ortszentren" die "Standortbedingungen der lokalen Wirtschaft und insbesondere der Handwerksbetriebe (...) zu sichern und zu entwickeln" und das Nahverkehrsangebot zu verbessern. Eine "substanzerhaltende Nutzung der Gebäude" des Heindlhof-Ensembles mahnte Kreisheimatpfleger Hans Oberndorfer an, räumte aber auch ein: "Ich weiß (...), wie schwer die Lösung dieser Aufgabe zu finden sein wird".
Positiv hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vermerkt, dass der Entwicklungsplan auf eine "siedlungsmäßige Nachverdichtung des Ortskerns" abziele, "um die natürliche Ressource Boden zu schonen". Die Vereinbarkeit des Konzepts mit Landesentwicklungsplan und Regionalplan bestätigte die Regierung der Oberpfalz als höhere Landesplanungsbehörde. Fundamentale Einwände gegen den Planentwurf hatte keine der Fachstellen vorgebracht.
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