Haushalt: Gemeinde erwartet "Einnahmeabsturz" - Trotzdem 1,3 Millionen Euro für Investitionen
Schuldenberg schrumpft stetig

"Nur wer die unkalkulierbaren Einnahmenverhältnisse, insbesondere bei der Gewerbesteuer in Verbindung mit den Wechselwirkungen zur Schlüsselzuweisung und zur Kreisumlage, kennt, kann abschätzen, welche Leistung die Kommune erbracht hat." Mit diesen Worten ging Kämmerer Josef Stock auf die erfolgreiche Finanzplanung der Gemeinde Trabitz ein. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
06.05.2013
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Mit der Gemeinde geht es bergab - allerdings nur beim Schuldenstand. Nachdem die Pro-Kopf-Verschuldung schon zum Jahresende 2012 auf 682,36 Euro gefallen war - und damit um fast 30 Euro unter dem Durchschnitt vergleichbarer bayerischer Gemeinden lag -, wird für dieses Jahr ein weiterer Abbau bis auf 628,55 Euro angepeilt.

Dieser Kraftakt, der einer Senkung der absoluten Schuldenlast um gut 70 000 Euro auf 825 913,53 Euro entspricht, soll die Investitionstätigkeit tunlichst nicht lähmen. Darin waren sich Bürgermeister Dieter Klein, die Gemeinderäte und Kämmerer Josef Stock bei der Haushaltsberatung im Kommunalparlament einig. Wegen eines befürchteten "Einnahmeabsturzes" bei der Gewerbesteuer erlegt sich die Kommune allerdings Zurückhaltung auf.

Gelungener Spagat

So wird das Haushaltsvolumen mit 3 218 700 Euro um 358 400 Euro kleiner ausfallen als im vergangenen Jahr. 1 912 900 Euro (2012: 2 024 700 Euro) entfallen dabei auf den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten abdeckt, und 1 305 800 Euro (Vorjahr: 1 552 400) auf den Vermögenshaushalt, aus dem Investitionen und Rücklagen finanziert werden. Doch sei auch mit diesem Etat aufs Neue der Spagat gelungen, "Zukunftsinvestitionen und Schuldenabbau unter einen Hut zu bringen und zur Lebensqualität der Bürger beizutragen", bilanzierte Bürgermeister Dieter Klein.
Grund zu "besonderer Freude" sah ebenfalls Kämmerer Josef Stock. Seit 2004 habe "die einst höchst verschuldete Gemeinde mehr als neun Millionen Euro insbesondere in Daseinsvorsorge und Infrastruktur investiert", zugleich aber "die Verschuldung stetig und vorausschauend um gut 1,45 Millionen Euro zurückgefahren". Dies sei gelungen, weil "Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung an einem Strang ziehen und die gesetzten Ziele auch bei Rückschlägen nicht aus den Augen verlieren".

Hier habe "das Gesamtpaket gepasst", resümierte der "Zahlenmeister" der Verwaltungsgemeinschaft Pressath und fügte hinzu: "Nur wer die unkalkulierbaren Einnahmenverhältnisse, insbesondere bei der Gewerbesteuer in Verbindung mit den Wechselwirkungen zur Schlüsselzuweisung und zur Kreisumlage, kennt, kann abschätzen, welche Leistung die Gemeinde erbracht hat." Dass das Budget für dieses Jahr keine Sondertilgung vorsehe, müsse nicht das letzte Wort bleiben, gab Stock zu verstehen.

Wasserleitung erneuern


Heuer plant die Gemeinde laut Bürgermeister Dieter Klein Investitionen von insgesamt 1,3 Millionen Euro. Als Beispiele nannte er den Ausbau der östlichen Paul-Leistritz-Straße, die Erneuerung der Wasserleitung zwischen Blankenmühle und Hub, den Bau des Gemeinschaftshauses in Zessau, das "Leader"-geförderte Regenrückhaltebecken Pichlberg und den Erwerb von Bauland. Ruhiger lasse es die Kommune bei der Neugestaltung des Ortskerns in Trabitz angehen, in die heuer 65 000 Euro fließen sollen.

Unverändert bei 350 von Hundert bleiben die Grund- und Gewerbesteuerhebesätze. Der Gemeinderat erklärte nach kurzer Diskussion seine einmütige Zustimmung zu dem Zahlenwerk, was der Bürgermeister als "gutes Signal an die Bevölkerung" wertete. Grünes Licht gab das Gremium nicht zuletzt für eine neue Laterne an der Paul-Leistritz-Straße gegenüber der Einmündung der verlängerten Kiefernstraße.
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