26.08.2014 - 00:00 Uhr
TrabitzOberpfalz

Viele Gemeinsamkeiten zwischen Trabitz und Tribsees - Kontakt soll intensiviert werden Was zusammengehört

Aus einer Freundschaft unter Jugendgruppen könnte bald eine Gemeindepartnerschaft werden. Beim Besuch in Mecklenburg bemerkte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk jedenfalls viele Gemeinsamkeiten, die einen Austausch lohnend erscheinen lassen.

Viele Gemeinsamkeiten zwischen Tribsees und Trabitz entdeckten die Bürgermeister Thomas Molkentin und Carmen Pepiuk. Die Naturjugendgruppen beider Gemeinden (links die Vorsitzende der Naturschutzgruppe Tribsees, Margit Schneider) hatten vor zwei Jahren Freundschaft geschlossen. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Beim Empfang im Tribseeser Heimatmuseum erfuhr die Besuchergruppe der LBV-Naturschutzgruppe Trabitz (wir berichteten) von Bürgermeister Thomas Molkentin, dass die Ausstattung der Stadtkirche ein Spiegelbild der Stadtgeschichte sei. Denn jahrhundertelang sei Tribsees eine wohlhabende Handelsstadt an der mecklenburgisch-pommerschen Grenze gewesen.

Die "Wende" ab 1989/90 habe Arbeitsplätze und Einwohner gekostet. Von 4500 Tribseeser sind 2500 geblieben. Auch gebe es Gebäude, deren Alteigentümer nicht greifbar seien: "Alle Bemühungen, mit diesen Personen in Kontakt zu treten, blieben bislang erfolglos. Die Stadt darf sich aber von sich aus nicht der leerstehenden Häuser annehmen, so dass sie zu verfallen drohen."

Langfristig erhoffe sich seine Stadt einen Aufschwung durch den Fremdenverkehr. Positive Impulse habe auch die 1991 erfolgte Aufnahme als "Modellstadt" in die Städtebauförderung gebracht. An die bedrückenden Seiten des DDR-Alltags erinnerte Naturschutzgruppenvorsitzende Margit Schneider. Die frühere Lehrerin war vom Dienst suspendiert worden, weil sie eine Schulklasse durch die Thomaskirche geführt hatte: "Die Schüler sollten nach Willen der SED möglichst wenig mit Kirche und Glauben in Berührung kommen. Da spielte es keine Rolle, dass unsere Kirche ein anerkanntes Baudenkmal war."

"Zwischen Ihrer Stadt und unserer Gemeinde gibt es viele Gemeinsamkeiten, dass man unseren Kontakt für mehr als einen Zufall halten möchte", kommentierte die Trabitzer Bürgermeisterin, Carmen Pepiuk die Ausführungen: "Was zusammengehört, findet zusammen." Das beginne schon bei der Geschichte: Tribsees wie Trabitz hätten slawische Wurzeln und sprachlich verwandte Namen, und in ihrer Entwicklung spiele die Eisenbahn eine Rolle: "Wir haben allerdings das Glück, dass wir unseren Bahnhof noch haben."

Auch lägen beide Orte an historisch-kulturellen Grenzen: "An Tribsees führt die Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg vorbei, Trabitz liegt unweit der oberpfälzisch-fränkischen Grenze." Zudem sei es beiden Kommunen gelungen, in das Städtebauförderprogramm des Bundes aufgenommen zu werden. Vor allem aber, so Pepiuk, teilten Vorpommern und die Nordoberpfalz die Probleme des demografischen Wandels und suchten nach Lösungen gegen Bevölkerungsrückgang, drohende Überalterung sowie den Mangel an Arbeitsplätzen und Dienstleistungsangeboten. Hier sei ein Erfahrungsaustausch erstrebenswert.

Ob aus der Freundschaft zwischen den Naturschutzgruppen eine Gemeindepartnerschaft entstehen könnte? Carmen Pepiuk könnte es sich vorstellen, zumal sich schon beim Trabitz-Besuch der Tribseeser im Vorjahr zeigte, dass Vorpommern und Oberpfälzer auch wesensmäßig von ähnlichem "Schlag" sind und gut miteinander auskommen. Die beiden Gemeindeoberhäupter vereinbarten, in Kontakt zu bleiben, und die Trabitzer Bürgermeisterin lud ihren Amtskollegen ein, im nächsten Jahr mit den Tribseeser Naturfreunden nach Bayern zu kommen.

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