Vom Draht zum Kat: Metallbearbeitung hat in Trabitz viel Tradition

Vom Draht zum Kat: Metallbearbeitung hat in Trabitz viel Tradition (bjp) Mitarbeiter, Gewerkschaft und Betriebsrat fürchten um die Zukunft des Faurecia-Standortes (wir berichteten). Das Werk hat Tradition. Ruhrgebiet des Mittelalters" nennen Historiker die Oberpfalz. Auch rund um Trabitz verarbeiteten mehrere Hammerwerke Eisenerz zu Werkeisen für Draht und Nägel. Mitte des 19. Jahrhunderts löste das Glaserhandwerk diesen Erwerbszweig ab, und auf dem Gelände des im 18. Jahrhundert angelegten Trabitzer Dr
Lokales
Trabitz
25.08.2014
13
0
Mitarbeiter, Gewerkschaft und Betriebsrat fürchten um die Zukunft des Faurecia-Standortes (wir berichteten). Das Werk hat Tradition. Ruhrgebiet des Mittelalters" nennen Historiker die Oberpfalz. Auch rund um Trabitz verarbeiteten mehrere Hammerwerke Eisenerz zu Werkeisen für Draht und Nägel. Mitte des 19. Jahrhunderts löste das Glaserhandwerk diesen Erwerbszweig ab, und auf dem Gelände des im 18. Jahrhundert angelegten Trabitzer Drahthammers entstand nach 1869 eine Spiegelglasfabrik. Sie zog Glasmacher insbesondere aus dem Bayerwald und Böhmen nach Trabitz. Weil die Werksbetreiber mit der Modernisierung der Glasfabrikation der 1920er Jahre nicht mithalten konnten und die Wirtschaftskrise jener Zeit die Oberpfalz nicht verschonte, musste das unwirtschaftlich gewordene Werk 1929 schließen. "Die gesamte Arbeiterschaft von Trabitz-Drahthammer wurde arbeitslos und fiel der öffentlichen Fürsorge zur Last", schildert ein Bericht von 1930 die Folgen. Nicht alle Arbeiter fanden in der Umgebung neue Stellen, einige wanderten in die USA aus. 1941 erwarb die Nürnberger Firma Leistritz die Industriebrache fernab der bombenkriegsgefährdeten Großstadt und verlagerte ihre Fabrikation von Auspuff-Schalldämpfern dorthin. Nach dem Krieg verlegte sich das Werk auf die Herstellung von Alltagsgegenständen wie Herden und Eimern. Parallel zum Wiederaufbau der Kraftfahrzeugindustrie kehrte es aber alsbald zur Auspuffanlagenfertigung zurück. Nicht nur als Arbeitgeber engagierte sich Leistritz: Der Bau der evangelischen Pauluskirche anno 1957 wurde von der Unternehmerfamilie angeregt und gefördert. Seit 1986 liefert das kontinuierlich ausgebaute Trabitzer Werk auch Abgaskatalysatoren, seit 2003 Diesel-Rußpartikelfilter. 1994 erwarb der französische Automobilzulieferer Ecia (ab 1999 Faurecia) den wichtigsten Arbeitgeber der 1400-Einwohner-Gemeinde Trabitz. Die Zahl der Beschäftigten, die hier nach einem Wort des früheren Staatssekretärs im bayerischen Wirtschaftsministerium Hans Spitzner "High-Tech für den Weltmarkt" produzieren, stieg zeitweilig auf rund 500 an, vor dem laufenden Personalabbau hatte der Standort noch 385 Mitarbeiter. Bild: bjp
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.