Vorbildliche Gastfreundschaft: Trabitzer "Aquila"-Naturjugend verbringt kurzweilige Tage an der ...
Bierbowle und Mopsfledermaus

Freundschaftlich aufgenommen wurde die Abordnung der Trabitzer Aquila-Naturjugendgruppe im pommerschen Tribsees. Mit dabei war Bürgermeisterin Carmen Pepiuk (stehend, Fünfte von links). Auf dem Sportplatz des Städtchens konnten die Jugendlichen ihre Zelte aufschlagen. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
23.08.2014
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"Wir werden mit der oberpfälzischen Gastfreundschaft mithalten müssen, das wird nicht ganz leicht." Mit ein wenig Bammel hatte Jugendbetreuerin Carola Bänder von der Naturschutzgruppe Tribsees dem Besuch der Trabitzer Aquila-Naturjugend entgegengeblickt. Doch die vorpommerschen Gastgeber zogen alle Register, um den Freunden vier kurzweilige Tage an der Ostsee zu bereiten. Am Ende waren sich die zehn Burschen aus der Oberpfalz und ihre Gruppenleiter einig: "Das hat gepasst."

Tische gebogen

Gepasst hatte nicht zuletzt die Verpflegung: "Vor allem zum Frühstück haben sich fast die Tische gebogen", erinnerten sich die Trabitzer. Ein Abend war einem Wildschweinessen im Naturschutzgruppen-Vereinsquartier "Biberburg" gewidmet, und auch die Tribseeser Bierbowle lernten die Oberpfälzer kennen. Wichtiger als "Kost und Logis" waren freilich die Streifzüge durch die Natur.

Nicht fehlen durfte ein "Fledermausabend" mit so seltene Arten wie die Mops- und Mückenfledermaus stießen. Das Trebeltal ist als "Hochburg der Fledermäuse" bekannt: Fast 90 Prozent der in Mecklenburg-Vorpommern erfassten Winterquartiere finden sich dort. Tagsüber besuchte man das Naturkundemuseum "Ozeaneum" in Stralsund, oder lernte auf dem "Baumwipfelpfad Rügen" den Wald aus ungewohnter Perspektive mit anderen Augen zu sehen.

Höhepunkt war der Besuch der 800 Jahre alten Tribseeser Thomaskirche, deren Hochaltarbild aus dem 15. Jahrhundert die Trabitzer in Staunen versetzte. Pastor Detlef Huckfeldt verriet, dass viele Bürger 1702 bei einem verheerenden Stadtbrand sogar das Löschen ihrer Häuser unterbrochen hätten, um dieses Meisterwerk aus der brennenden Kirche zu retten.

Vögel am Kirchturm

Interessantes gab es im Kirchturm, den die Naturschutzgruppe 1996 mit 20 Nistkästen für Falken, Eulen und Dohlen bestückt hatte. "Drei Turmfalkenbrutpaare mit 17 Jungen hatten wir in diesem Jahr", berichtete Margit Schneider. Auch die Dohlen nutzten die "Kinderstuben" gern: "Jedes Jahr schlüpfen etwa 30 Dohlenküken." Verblüffte Blicke ernteten die "Südländer" auf dem Sommerfest der Gaststätte "Trebelklause", das sie couragiert in Lederhose und Trachtenhemd besuchten.
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