25.09.2017 - 00:04 Uhr
TrabitzOberpfalz

Konrad Dippel enttäuscht Ratloser "Kanzler von Trabitz"

"Ich weiß es nicht." Immer wieder antwortet Konrad Dippel mit diesen vier Worten auf Fragen nach seinem Wahlergebnis. Der Einzelkandidat aus Trabitz ist enttäuscht, ratlos - und einige Tausender ärmer.

Die Trabitzer Bürgermeisterin Carmen Pepiuk (Mitte) macht für Konrad Dippels Stimmzettel den Weg in die Urne frei. Am Ende reicht es dann nur daheim zum Sieg. Das Gesamtergebnis enttäuscht den Einzelbewerber. Bild: bjp
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Dass er in seinem Wohnort CSU-Kandidat Albert Rupprecht um zwei Stimmen auf Platz zwei verwies, kann Konrad Dippel kaum trösten. Und auch der erneute dritte Platz im Wahlkreis hinter Rupprecht und SPD-Kandidat Uli Grötsch macht es für den 46-Jährigen nicht besser. Sein Ziel war der Einzug in den Bundestag. Daran ist er erneut gescheitert, deutlich. "Zumindest Platz zwei habe ich mir ausgerechnet", sagt Dippel. Statt dessen fällt er mit 9,28 Prozent hinter das Ergebnis von 2009 zurück, als er mehr als 14 Prozent der Erststimmen holte.

Dass er sein Ergebnis von 2013 mehr als verdoppelt, ist kein Erfolg. Damals war er angetreten, hatte aber praktisch auf jeden Wahlkampf verzichtet. Im Vergleich dazu betrieb Dippel 2017 großen Aufwand - und bleibt nun auf den Kosten sitzen. Wahlkampfkostenrückerstattung gibt es für Einzelkandidaten erst ab zehn Prozent. 20 000 bis 25 000 Euro habe er investiert, schätzt Dippel.

Mehr als der finanzielle Verlust schmerzt Dippel die Niederlage, für die er keine Erklärung hat. Das AfD- Ergebnis beweise doch, dass viele Protestwähler in die Wahlkabine gingen. Weshalb er nicht profitieren konnte? Dippel muss raten. "Die Leute glauben, dass eine Stimme für mich verschenkt ist, weil ja doch immer der Gleiche gewinnt." Beim Auszählen sei ihm aufgefallen, dass auf vielen Stimmzetteln mit Zweitstimme AfD die Erststimme an Rupprecht ging. "Für mich ist die Zeit noch nicht reif", glaubt Dippel, um dann doch etwas Positives aus dem Ergebnis zu ziehen. "Im Grunde haben mir die Bürger vier Jahre geschenkt." Er müsse nicht ins stressige Berlin, kann sein Leben in der ruhigen Oberpfalz genießen - bis er in vier Jahren erneut antritt.

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