Neues Gebührenmodell für Trabitz
Weniger Abwasser, mehr Kosten

Herzstück des 22 Kilometer langen Kanalisationsnetzes der Gemeinde Trabitz ist die Kläranlage bei Zintlhammer. Auch ihr Betrieb erfordert ein festes finanzielles Fundament, das mit den neu kalkulierten Abwassergebühren untermauert werden soll. Bild: bjp
Politik
Trabitz
19.03.2018
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Das Abwasseraufkommen in Trabitz ist rückläufig. Doch diese erfreuliche Entwicklung hat - wie so vieles - auch eine Kehrseite.

Der Nachteil des rückläufigen Abwasseraufkommens: sinkende Einnahmen aus den Abwassergebühren. Das hierdurch aufgelaufene sechsstellige Defizit zwang die Gemeinde, die seit 2015 laufende Kalkulationsperiode vorzeitig zu beenden (wir berichteten), um rückwirkend ab Neujahr 2018 neue, kostendeckende Entgelte berechnen zu können.

In seiner Märzsitzung beriet der Gemeinderat ausführlich über ein Gebührenmodell für die neue, von 2018 bis 2021 dauernde Berechnungsperiode, das die gesetzlich vorgeschriebene Kostendeckung gewährleistet und den verpflichtenden Vorgaben des Kommunalen Prüfungsverbands genügt. Bisher, so Kämmerer Christian Marzi und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk, habe die Gemeinde ein Leistungsentgelt von 2,83 Euro pro Kubikmeter erhoben. Verzichtete man weiterhin auf eine Grundgebühr, müsste dieser Betrag auf 3,76 Euro fixiert werden.

Gemeinderat und Bürgermeisterin kamen jedoch überein, ein Grundentgelt neu einzuführen. Die hügelige Flächengemeinde mit ihren 20 Ortsteilen müsse das technisch überdurchschnittlich aufwendige Kanalisationsnetz für alle Haushalte bereithalten, und in Pressath und Schwarzenbach sei es seit Langem üblich, auch Kleineinleiter über einen Grundbetrag an den Betriebskosten zu beteiligen. Eine Jahresgrundgebühr von 48 Euro erachtete das Gremium als angemessen.

Im Gegenzug wird das Kubikmeterentgelt auf 3,31 Euro festgelegt. "Die Bürger wissen die Qualität unserer Abwasserentsorgung zu würdigen und werden gewiss auch den Sinn einer Grundgebühr einsehen, wie sie heutzutage ja mit vielen Leistungen verbunden ist", schätzte Gemeinderat Werner Rupprecht. Um Gebühren und Betriebskosten auf dem nun kalkulierten Niveau zu halten, sei das Verantwortungsbewusstsein aller Bürger gefordert, waren sich die Gemeindeverantwortlichen einig.

"Es kann nicht dabei bleiben, dass wir fortwährend zu kostspieligen Montage- und Reparaturarbeiten gezwungen sind, weil manche trotz wiederholter Aufklärung nicht einsehen wollen, dass die Kanalisation kein Müllschlucker ist und schon ein Feuchttuch empfindliche Schäden an einer Pumpe hervorrufen kann", ärgerten sich vor allem Klärwärter Bernhard Dötsch und Wasserwart Hans Hey. Für die wenigen Grundstücke, die ihr Niederschlagswasser nicht in die Regenwasserkanalisation ableiten können, gilt ein Tarif von 2,22 (bisher 2,03) Euro je Kubikmeter.

Keine Einwände erhob der Gemeinderat gegen die Baupläne von Elisabeth und Marco Merker für ihr Wohnhaus in Grub und die Tekturpläne von Hans und Christine Lehner für eine neue Hackschnitzellagerhalle in Preißach. Auch mit der Verlegung dreier Stromeinspeisekabeln für den künftigen Gleichwiesen-Solarpark durch Gemeindegrund war das Kollegium einverstanden. Formsache war das Einverständnis mit Flächennutzungsplanänderungen und Bebauungsplanaufstellungen in Kemnath (Solarpark Höflas) und Pressath (Gewerbegebiet Ebene, Baugebiet Wiedenhofstraße-Ost).

Grüngutcontainer stehen bereitAb Mittwoch, 21. März, stehen die Grüngutcontainer im Trabitzer Gemeindegebiet wieder bereit. Eine Ablagerung von Grüngut an den Standorten vor diesem Zeitpunkt ist verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Eine gute Nachricht erhielt die Gemeinde vom Bundesverkehrsministerium, das für die Umsetzung des "Höfeprogramms", also die Schließung letzter Versorgungslücken im "schnellen Internet", eine Förderzusage per "Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmebeginns" erteilt hat. (bjp)
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