26.03.2018 - 20:00 Uhr
Trabitz

Beweise für geprellte Zeche

"Die Firmen leisten ausgezeichnete Arbeit, finanziell bewegen wir uns im Rahmen der Planungen." Mit dem Baufortschritt im "Memory" ist Bürgermeisterin Carmen Pepiuk hochzufrieden. Und durch die Sanierung werden sogar weitere historische Schmuckstücke entdeckt.

WC-Anbau und Pergola sind verschwunden: Das einstige "Memory" wird wieder herausgeputzt. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Im einstigen Kult-Wirtshaus mit Discothek - dem "Memory" - hat sich einiges getan, seit vor einem halben Jahr die ersten Bauarbeiter anrückten. "Die Freilegungsarbeiten im Hausinnern, also das Abtragen von altem Putz, Bodenbelägen und Deckenverkleidungen, sind abgeschlossen, die rückseitigen WC- und Pergola-Anbauten aus dem 20. Jahrhundert beseitigt", beschreibt Bürgermeisterin Carmen Pepiuk die bereits zurückgelegten Etappen.

Nach und nach bereite man jetzt die neue Raumaufteilung im Heindlhof-Hauptgebäude vor: "Zunächst werden Wände abgebrochen, die überflüssig werden und für die Gebäudestatik bedeutungslos sind." Auch die Dacharbeiten seien im Gange: "Das Ostflügeldach ist freigelegt und mit einem Notdach versehen, ab der Karwoche nehmen sich die Zimmerer den barocken Dachstuhl vor." Damit die Renovierung zügig weitergehe, habe die Gemeinde die Ausschreibungsverfahren für Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen eingeleitet.

Dass man die bisherigen Arbeiten an regionale Unternehmen habe vergeben können, sei zu begrüßen, betont Pepiuk: "So bleibt das investierte Geld in der Region und schafft hier Arbeit." Die Renovierung habe durchaus Überraschungen zutage befördert, wie etwa die von einem spitzbogigen Relief gekrönte Einfassung der freigelegten Hintertür des früheren Discotraktes.

Überhaupt, so Pepiuk, sei der für den Landkreis Neustadt zuständige Referent des Landesamts für Denkmalpflege, Raimund Karl, "begeistert" von der trotz Umbauten und Nutzungsänderungen gut erhaltenen Substanz des "historisch wertvollen Gebäudes", das vor einem Vierteljahrtausend seine jetzige Gestalt erhalten habe. Auch Amüsantes wie einen Schwung unbezahlter Bierdeckel, mit deren Gegenwert "ein Wirt lange hätte wirtschaften können", habe man bei der Sanierung aufgefunden, weiß die Bürgermeisterin.

Für den Tag der Städtebauförderung am 5. Mai plane die Gemeinde einen Tag der offenen Tür, bis Mitte 2019 solle der Umbau vollendet sein. Dann wird der in Trabitz ansässige Anbieter pädagogischer Dienstleistungen LearningCampus als Mieter einziehen und eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung eröffnen, im Westflügel findet ein Seminarraum der Gemeinde Platz.

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