02.06.2017 - 20:00 Uhr
TrabitzOberpfalz

Evangelische Kirchengemeinde feiert Jubiläum 60 Jahre Pauluskirche Trabitz

Der evangelischen Kirchengemeinde steht am Pfingstmontag ein festlicher Tag ins Haus. Mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr wird das 60-jährige Kirchweihjubiläum der kleinen evangelischen Kirche in Trabitz gefeiert.

Am Pfingstmontag feiern die Trabitzer 60 Jahre Pauluskirche. Das Bild zeigt das Gotteshaus anlässlich der Feierlichkeiten 2007 zur 50-jährigen Grundsteinlegung. Bild: ww
von Werner WalterProfil

Neustadt am Kulm/Trabitz. Am 20. Oktober 1957 konnte die Trabitzer Pauluskirche nach nur fünfmonatiger Bauzeit eingeweiht werden. Mit dem Bau der Kirche ging ein lange gehegter Wunsch des damaligen Geistlichen von Neustadt am Kulm, Pfarrer Albert Drechsler, in Erfüllung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zahl der evangelischen Christen durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener in Trabitz auf 120 angewachsen. Sie fanden größtenteils bei den Firmen Leistritz und Übelhack Arbeit. Hinzu kamen weitere Gläubige aus der Umgebung.

Gottesdienst in Wirtshaus

Pfarrer Drechsler hielt seinen ersten Gottesdienst im Nebenzimmer der Gastwirtschaft Heindl ab. Die Predigt wurde allerdings durch den Lärm des Frühschoppens in der Wirtsstube gestört. Der Geistliche nahm das Angebot an, die Gottesdienste in die Hallen der Firmen Leistritz und Übelhack zu halten. Mit Pfarrer Drechsler stellten vor allem der Inhaber von Leistritz, Paul Leistritz, und dessen Tochter Ruth Überlegungen zum Bau einer Kirche an. Ohne deren finanzielle Unterstützung wäre der Bau nicht möglich gewesen. Mit viel Engagement trieb Ruth Leistritz das Projekt voran.

Geplant wurde ein kleines Gotteshaus mit 70 Sitzplätzen sowie einem Raum für den Unterricht und Veranstaltungen im kleinen Kreis. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf 54 000 Mark. Den Baugrund und zwei Drittel der Kosten übernahmen die Firma Leistritz, den Restbetrag brachte die Kirchengemeinde auf. Ende Februar 1957 wurde der Bau vom Kirchenvorstand beschlossen, im April kam die kirchenaufsichtliche Genehmigung. Am Sonntag, 12. Mai, legte Dekan und Kirchenrat Wunderer den Grundstein.

Die Kosten für die künstlerische Gestaltung erhöhten sich durch Änderungen ständig. Nach Vollendung waren die Gesamtkosten auf rund 103 000 Mark gestiegen. Durch die finanzielle Hilfe der Firma Leistritz und die Unterstützung der Landeskirche und kleinere Gaben des Landkreises, der Kommunen Neustadt am Kulm und der damaligen Gemeinde Filchendorf sowie Trabitz wurde die Summe fast vollständig aufgebracht. Auch der spätere Besitzer der Firma Leistritz, Diplom-Ingenieur Helmuth Schaak, hatte stets ein offenes Ohr für die Belange der Kirche.

Ehrenbürger hilft wieder

Ein Schock für die Kirchengemeinde war ein Wasserrohrbruch im Februar 2002. Der Fußboden und die Bestuhlung mussten erneuert werden. Monatelang dauerten die Austrocknungsarbeiten. Mit der Zeit fand sich immer mehr, was renoviert werden musste: die Drainage um die Kirche, die Sickergrube, der Platz um die Kirche oder Bewuchs auf dem Dach. Auch der Wald um das Gotteshaus wurden gerodet. Ein neuer Außenanstrich kostete 55 000 Euro, etwa soviel wie der Neubau 1957. Wieder war es Schaak, der der Kirchengemeinde finanziell unter die Arme griff: Der Ehrenbürger der Gemeinde Trabitz übernahm die Kosten.

Die Zahl der evangelischen Christen ist in Trabitz im Laufe der zurückliegenden 60 Jahre kontinuierlich gesunken. Nach wie vor lädt die Kirche im Abstand von zwei bis vier Wochen zum Gottesdienst ein.

Der Festgottesdienst am Pfingstmontag wird vom Neustädter Kinderchor unter Leitung von Christine Rupprecht musikalisch ausgestaltet. Zur Feier hat Dekan Wenrich Slenczka seine Teilnahme zugesagt, er wird die Festpredigt halten. Zur Jubiläumsfeier ist die Gemeinde eingeladen. An die Feierlichkeiten schließt sich ein Stehempfang an.

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