06.07.2017 - 20:00 Uhr
TrabitzOberpfalz

Kinder des Waldkindergartens schauen Harvester zu Entwicklungshilfe für den Wald

Die Kinder des vierwöchigen Waldkindergartens lernen von Forstamtsmann Dieter Rothlauf viel über die Arbeit des Harvesters. Der Forstrevierleiter macht dabei auch deutlich, dass Kritik an dem Vollernter meist unangebracht ist.

Oft kritisiert wird der Einsatz von Harvestern bei der Waldbewirtschaftung. Doch Forstamtsmann Dieter Rothlauf (rechts) und Harvester-Fahrer Marco Ganslmeier (rechts auf dem Harvester) betonen, dass sie auf einen waldschonenden Einsatz Wert legen. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Trabitz/Hessenreuth. Zum elften Mal seit 2000 wagen die Mädchen und Buben der Trabitzer Katholischen Kindertagesstätte den "Ausbruch aus dem Alltag" beim vierwöchigen Waldkindergarten. "An dieser Erfolgsgeschichte hat auch der Staatsforstbetrieb Schnaittenbach mitgeschrieben, der das Terrain 'in der Ketze' bereitwillig zur Verfügung stellt", freut sich Kindergartenleiterin Johanna Sulzbacher.

Für Forstrevierleiter Dieter Rothlauf und seine Kollegen ist dieses Entgegenkommen "Ehrensache", zumal sich die Kindergartengruppen durch Verantwortungsbewusstsein und Offenheit für die Natur auszeichneten. Mit kleinen Exkursionen belohnte der Forstamtsmann den "Waldläufer-Nachwuchs" und stellte dabei die forstwirtschaftliche Arbeit im Hessenreuther Wald vor, zu der auch das "Arboretum" in der "Ketze"-Waldflur gehört.

Dieser "Baumgarten" versammelt eine Vielzahl mitteleuropäischer Laub- und Nadelbaumarten. Darunter befinden sich seltene Gewächse wie die Elsbeere oder der noch im Rhein-Main-Gebiet heimische Speierling, dessen Früchte dort als Apfelwein-Zutat geschätzt sind. Erstaunt verfolgten die 36 Kinder und ihre Betreuerinnen die Arbeit eines Harvesters, der unweit der Ketze-Hütte eine Waldparzelle durchforstete. Diese zur Fällung, Entrindung, Entastung und Zerteilung von Stämmen eingesetzten "Holzvollernter" stehen oft im Kreuzfeuer der Kritik, sagte Dieter Rothlauf. Tatsächlich aber legten er und seine Mitarbeiter Wert auf einen schonenden Einsatz, der auch im Sinne der Konstrukteure sei: "So ein Harvester wiegt 24 Tonnen, doch dieses Gewicht wird je nach Bauart über sechs breite Reifen oder über Ketten auf große Flächen verteilt." Deshalb sei die Bodenbelastung nicht größer als die, die ein normal gewachsener Spaziergänger bewirke.

Um den Wald nicht "auszubeuten", würden die Waldstücke nur alle zehn bis 15 Jahre durchforstet, betonte Rothlauf. Die Baumfällung, der stets eine sorgfältige Inventur vorausgehe, habe keineswegs nur den Sinn, Holz zum Verkauf zu "ernten", sondern solle auch die Baumbestände maßvoll auflockern: "So helfen wir guten Bäumen, sich zu entwickeln." Gerade in alten Beständen müsse freilich mitunter recht umfassend "ausgeforstet" werden, um jungen Bäumen das für ihr Wachstum erforderliche Licht zu verschaffen: "Aber auch hier gehen wir mit Maß und Ziel vor und greifen nicht mehr als nötig in den Baumbestand ein."

Dank der Harvester, sagte Dieter Rothlauf, sei die Waldbewirtschaftung nicht nur effizienter, sondern auch ungefährlicher geworden, gab Dieter Rothlauf zu verstehen: "In der Harvesterkabine ist der Waldarbeiter sicher, besonders dann, wenn Windbruchholz, das oft unter Spannung steht, beim Bearbeiten unerwartet splittert oder hochschlägt." Zudem könne ein Waldarbeiter mit dem Vollernter im gleichen Zeitraum etwa zehnmal so viel Arbeit leisten wie mit der Motorsäge.

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