15.09.2017 - 20:00 Uhr
TrabitzOberpfalz

Klein wie ein Daumen LBV-Naturschutzgruppe auf den Spuren der Fledermäuse

Am Abend kommen sie aus ihren Verstecken beim alten Sägewerk und schwirren durch die Luft: die Trabitzer Fledermäuse. Die Mitglieder der LBV-Naturschutzgruppe machten sich mit Andreas Dzierza auf zu einer Fledermauswanderung. Die kleinen "Flattermänner" lassen sich momentan noch bei ihren abendlichen Ausflügen beobachten, ehe sie sich in wenigen Wochen in die Winterquartiere zurückziehen.

Zum jungen Leitungsteam der LBV-Naturschutzgruppe Trabitz gehört Andreas Dzierza (Zweiter von links), der bei einer kurzweiligen Abendexkursion sachkundig und unterhaltsam über die Fledermäuse informierte. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

"Eine Zwergfledermaus ist so groß wie ein menschlicher Daumen und bringt nur sieben Gramm auf die Waage. Das heißt: Schon nach einem Tropfen Bier wäre sie nicht mehr flugtüchtig", scherzte Dzierza. Freilich stünden die Säuger auch eher auf Insekten, die sie gerade jetzt mit besonderem Appetit vertilgen. Denn um ihre Winterruhe zu überleben, müsse sich die Fledermaus innerhalb eines Monats eine Körperfettreserve von etwa der Hälfte ihres Gewichts anfressen: "Müssten wir Menschen das gleiche tun, so käme eine 70 Kilogramm schwere Person in dieser kurzen Zeit auf 105 Kilogramm." Dzierza erklärte, wie sich die gewandten Nachtjäger per Ultraschall orientieren und ihre Nahrung im Flug erhaschen. Bei der spannenden Freiluft-Unterrichtsstunde wollten die "Hauptpersonen" des Abends nicht fehlen: Sogleich nach Einbruch der Dunkelheit verließen die ersten Fledermäuse ihre Unterschlupfe und umschwirrten die Naturfreunde - mit bis zu 50 Kilometer pro Stunde, wie Dzierza wusste. Mit dem "Batdetektor" ließen sich an Hand der Ultraschallwellen die Fledermausarten exakt bestimmen.

So entdeckte die Gruppe, dass am Heindlweiher Zwerg- und Wasserfledermäuse ihre Reviere haben. Im Grünbachtal habe die Naturschutzgruppe sogar ein Exemplar der seltenen Bechsteinfledermaus vorgefunden, von der es auch Tiere im Hessenreuther Wald gebe, erzählte Dzierza und räumte mit dem "Vampir"-Mythos auf: "Blutsaugende Fledermäuse gibt es in Europa nicht, niemand muss sich also fürchten."

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