11.09.2017 - 20:00 Uhr
TrabitzOberpfalz

Konrad Dippel will Transparenz "Wer mich wählt, wählt Dippel"

Mit einem Schuss Selbstironie kontert der parteifreie Bundestags-Wahlkreiskandidat Konrad Dippel bei seiner Wahlversammlung in Trabitz (wir berichteten) den Vorwurf des Populismus. Wenn man darum kämpfe, für das parlamentarische Mandat "eine Stimme mehr als alle anderen Kandidaten" zu gewinnen, müsse man sich wohl "ein bisschen populistisch" geben.

Eine Stimme mehr als alle anderen Kandidaten gewinnen: Bei seinem Wahlversammlungs-"Heimspiel" in Trabitz zog Konrad Dippel alle rhetorischen und argumentativen Register. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

"Und dafür bitte ich um Entschuldigung." Als Querulant oder Fundamental-Oppositioneller wolle er keinesfalls wahrgenommen werden, betonte der Holzkaufmann. Auf konstruktive Arbeit lege er auch bei seinen Bemühungen im Trabitzer Gemeinderat Wert. Dem Weg abseits der Parteien wolle er jedoch weiterhin folgen: "Ich will nur als Dippel antreten und nicht mit einer Partei samt ihren etwaigen Fehlentscheidungen identifiziert werden. Wer mich wählt, wählt Dippel und nichts anderes."

Als "konsequenter Einzelkämpfer" könne er nicht zuletzt "seine Haut von braunem Schmutz freihalten", distanzierte sich Konrad Dippel von dem sich radikalisierenden "rechten Spektrum". Mit seiner Kandidatur und der erhofften Verankerung eines größeren "parteifreien" Elements im parlamentarischen Gefüge wolle er ein Mittel gegen die vielbeklagte Politikverdrossenheit setzen: "Ich hoffe, hierdurch die Demokratie zu beleben - gegen ein Umschlagen von politischem Sonnenschein in Gewitter, wie wir das in der deutschen Geschichte schon einmal hatten und in Ländern wie der Türkei oder den USA zurzeit erleben."

Das Bekenntnis zum Grundgesetz und allgemein zur Demokratie, in deren Entscheidungen das Volk jedoch mehr als bisher direkt eingebunden werden sollte, sei ihm ebenso wichtig wie ein Ja zum Zusammenwachsen Europas: "Offene Grenzen stiften Verständigung und Frieden zwischen den Menschen und Völkern." Einem europäischen Superstaat sei jedoch weiterhin ein freies Miteinander kleinerer autonomer Staaten vorzuziehen, denn in der Politik wie in der Wirtschaft gelte: "In großen Apparaten und Einheiten wird der Mensch klein."

Und die Zuwanderungs- und Fluchtbewegungen? Die Gewährung von "Zuflucht auf Zeit" und in begründeten Fällen von Asyl für Schutzsuchende sei in seinem Sinn, betonte Dippel im Gespräch. Er persönlich habe mit der Integrations- und Arbeitsbereitschaft von Flüchtlingen und Asylsuchenden überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Dennoch seien bei einer "dauerhaften Zuwanderung in großem Stil", zumal von Menschen einer gänzlich anderen kulturellen Prägung, ernste soziale Konflikte als Folge von "Clusterbildungen" und "Parallelgesellschaften" nicht auszuschließen.

Umso mehr gelte es, die Verhältnisse in den Heimatländern der Migranten nachhaltig politisch und ökonomisch stabilisieren zu helfen, wobei insbesondere eine den Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepasste leistungsfähige, aber auch verantwortungsbewusst mit der Natur umgehende Wirtschaft geschaffen werden müsse, die den Menschen ein würdiges Leben in ihrer Heimat erlaube. Grundsätzlich, so Konrad Dippel, vermisse er in Wirtschaft und Politik Verantwortungsbewusstsein und Denken in größeren zeitlichen, sozialen und ökologischen Zusammenhängen: "Der jetzige Entwicklungsweg könnte in eine globale finanzielle und ökologische Katastrophe führen - wir leben in einer Ruhe vor dem Sturm."

"Stück Wahlgeschichte"

"Meine Kandidatur birgt eine Chance und kein Risiko und ist zudem ein kostenloser Lottoschein auf eine bundesweite Sensation", resümierte Bundestags-Einzelbewerber Konrad Dippel bei seiner Trabitzer Wahlveranstaltung. Mit einer Erststimme für ihn müsse niemand seine parteipolitische Präferenz in Frage stellen: "Es gibt ja auch die Zweitstimme, die als Parteilistenstimme vorrangig die Zusammensetzung des Bundestags bestimmt." Ein Erfolg für ihn wäre allerdings "ein Stück Wahlgeschichte": "Sollte dieser Durchbruch gelingen, wäre es die Nordoberpfalz, die dieses neue Kapitel aufgeschlagen hätte und auf die sich die Aufmerksamkeit des ganzen Landes richten würde." Und wenn nicht? Dann werde er 2021 wieder antreten. An einem Anspruch werde er dabei konsequent festhalten: "Wer mich und meine Ziele kennenlernen will, kann mich aufsuchen und das Gespräch mit mir suchen. Und sollte ich den Sprung in die Bundespolitik schaffen, werden meine Arbeit und meine Einkünfte transparent dokumentiert." (bjp)

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