12.12.2017 - 15:40 Uhr
TrabitzOberpfalz

Kunstwerk für Trabitzer Kindergarten Ein Puzzle aus Glas

In zweiwöchiger Feinarbeit fügt Gerhard Langner gemeinsam mit den Mädchen und Buben sowie den Mitarbeitern des Trabitzer katholischen Kindergartens 162 bunte "Scherben" aus mundgeblasenem Tiffanyglas zu einem Mosaikbild zusammen. So entsteht Stück für Stück der heilige Martin.

Viel Feinarbeit ist für Gerhard Langner vonnöten, um aus buntem Tiffanyglas ein Sankt-Martins-Mosaik für den Trabitzer Kindergarten zu schaffen. Leiterin Johanna Sulzbacher und Erzieherin Bianca Kastner schauen ihm dabei über die Schulter. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Wer den Blick junger Menschen für das Schöne schulen und schärfen will, kann damit nicht früh genug anfangen. Und was weckt wirksamer die Begeisterung für Schönheit und die Dimensionen künstlerischen Ausdrucks, als wenn Kinder unter der einfühlsamen Anleitung eines Künstlers in die "Schöpfung" eines Kunstwerks einbezogen werden?

Ein Geburtstagsgeschenk Langners in Gestalt eines gläsernen Namensschilds hatte Kindergartenleiterin Johanna Sulzbacher auf die Idee gebracht, den vielseitigen Künstler aus dem mittelfränkischen Oberasbach zu dieser ungewöhnlichen "Kunstaktion" in die Oberpfalz einzuladen. Den heiligen Martin von Tours habe man bewusst als Motiv gewählt, erläuterte die Leiterin: "Er ist ein besonders bekannter und beliebter Heiliger und ein ansprechendes Vorbild für Leben und Handeln im christlichen Geist."

Doch nicht nur deshalb sei Martin der wohl populärste "Kindergartenheilige", meinte Sulzbacher: "Mit seinem Lebensweg verbindet sich kein Leiden und gewaltsames Sterben als Martyrer, dessen Schilderung und bildliche Darstellung Kinder verstören könnte." Viel Feinarbeit ist nötig, damit ein Glasmosaik nicht nur schön, sondern auch stabil und langlebig wird: Auf einem Entwurf werden Form und farbliche Verteilung der gläsernen "Puzzlestücke" eins zu eins festgelegt, danach werden die Glasteile sorgfältig zugeschnitten, erhalten einen Rand aus Kupferfolie und werden mit einer Löt-Zinn-Verfugung fest verbunden. Ein Rahmen aus Messingschienen gibt dem "Glaspuzzle" zu guter Letzt äußeren Halt.

Seien alle Arbeitsschritte sorgfältig ausgeführt worden, so sei das ein mal ein Meter große Mosaik gleichsam "selbsttragend", ist sich Langner sicher, der den Mädchen und Buben auch schilderte, wie die Menschheit aus Sand, Asche und Kalk seit mehr als 3000 Jahren Glas erzeugt.

Zur Person

Die Freude an künstlerischer Arbeit begleitet Gerhard Langner "von Kindesbeinen an", auch wenn sich der heute 70-jährige gebürtige Coburger nach der Schulzeit für "prosaische" Brotberufe entschied: zunächst als Maurer, später als Bauingenieur. Für das damit verbundene technische Konstruktionszeichnen kam ihm sein Kunsttalent zugute. Autodidaktisch und als Absolvent berufsbegleitender Kurse verfeinerte Langner diese Begabung und erwarb sich als Zeichner und Grafiker und Schöpfer von Collagen und Mosaiken einen Namen in der fränkischen "Kunstszene". Für seine Werke verwende er durchaus "alles, was mir so in die Hände gelangt", betont Langner. (bjp)

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