Petra Hager spricht bei Landfrauen übers „G’sund blei’m“
Mensch bleibt auf der Strecke

Tipps zum "G'sundblei'm" gab Petra Hager den Landfrauen aus der Gemeinde Trabitz. Bild: bjp
Vermischtes
Trabitz
14.12.2016
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Körper, Geist und Seele fit halten und soziale Kontakte pflegen: Das alles gehört untrennbar zusammen, um das Wohlbefinden zu stärken, betont Petra Hager in ihrem Vortrag "G'sund blei'm?" für die Landfrauengruppen Preißach, Feilersdorf sowie Weihersberg im Bayerischen Bauernverband.

Burkhardsreuth. "Menschen, die einsam sind, werden eher krank und brauchen länger, um zu genesen", wusste die Agrarbetriebswirtin und Sozialversicherungsfachfrau. Auch das berufliche Umfeld spiele hier hinein. Dies zeige sich nicht zuletzt an der zunehmenden Zahl von Herz- und Kreislauferkrankungen bei Frauen: "Der Anteil von Männern und Frauen an diesen Krankheitsfällen hält sich etwa die Waage. Das war nicht immer so, aber die immer vielfältigeren Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft fordern von den Frauen ihren Tribut."

Bei alledem würden den Frauen Perfektion und zur Schau gestelltes Wohlbefinden abverlangt: "Die Werbung zeigt das gewünschte Idealbild: Die Frau, die nach einem verantwortungsvollen Arbeitstag entspannt und tadellos frisiert mit dem gefüllten Einkaufskorb heimkommt, um sich in bester Laune mühelos um Haushalt, Garten, Küche und Familie zu kümmern." Den Zuhörerinnen war dies nicht fremd: "Bei so vielen Anforderungen bleibt der Mensch auf der Strecke", beklagte eine Besucherin. Petra Hager bestätigte dies und präzisierte, dass die Sozialkontakte und vor allem die Ernährung unter der wachsenden Belastung litten: "Sogar Bäuerinnen neigen dazu, ihren Garten zu vernachlässigen und Fertigprodukte zu kaufen, um dank deren schnellerer Zubereitung etwas mehr Zeit für sich zu gewinnen. Aber der Gesundheit ist diese schnelle Küche oft nicht zuträglich."

Eine besonders gefährliche Folge überhandnehmenden Stresses sei aber das "innere Ausbrennen": "Viele glauben, einen Burnout könne man heilen, aber das ist nicht so. Deshalb muss man auf sich achten, damit es nicht so weit kommt." Hierzu könnten schon alltägliche Übungen ihren Teil beitragen, riet Petra Hager und nannte als Beispiele: "Halten Sie Körper und Geist in Bewegung, pflegen Sie gute Freundschaften und Familienkontakte, achten Sie auf Ruhephasen, essen Sie hochwertig und schmackhaft und trinken Sie mindestens zwei Liter am Tag." Auch seien zuversichtliche Menschen im Vorteil: "Optimisten leben länger." Unterstützend könnten Kurse der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (SVLFG) genutzt werden, wie etwa die viertägigen Kurzkuren. Für diese Auszeiten sei nur ein Eigenanteil von 100 bis 150 Euro zu leisten. "Solche Angebote bieten auch andere Krankenkassen", merkte Petra Hager an.

Weitere Angebote seien der Sturzpräventionskurs "Trittsicher durchs Leben" sowie die viertägigen Kurse "Gesundheit kompakt", "Stressmanagement" und "Betriebsübergabe": "Letzteres ist durchaus ein Gesundheitsthema, denn mit einer Betriebsübergabe können Sorgen, Streit und Stress verbunden sein, die der Gesundheit schaden." Für pflegende Angehörige gebe es Trainings- und Erholungswochen, beim "psychosozialen Netzwerk" des Bauernverbands fänden Zweitagesseminare "Gesprächsführung nach traumatischen Ereignissen" statt, die auf eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit für "traumatisierte Menschen aus dem Agrarbereich" vorbereiten sollen.

SozialwahlenSeit einigen Jahren ist die landwirtschaftliche Sozialversicherung im Umbruch: Nachdem die regionalen Versicherungsträger 2013 in der bundesweiten "Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau" zusammengefasst wurden, steht für kommendes Jahr die Zentralisierung des Auskunftsdienstes bevor. "Es wird dann ein ,Telezentrum' für ganz Deutschland geben", kündigte Sozialversicherungsfachfrau Petra Hager in ihrem Landfrauenvortrag im Gasthof Lober an.

Dezentral organisiert bleibe allerdings der Beratungsservice für Präventionsangebote mit seinen Außendienstmitarbeitern, der weiterhin in Landshut erreichbar sei. Nachdrücklich rief die Referentin zur Teilnahme an den Sozialwahlen auf, um eine "starke Vertretung Bayerns" bei der SVLFG zu erreichen: "Die landwirtschaftliche Struktur in Süddeutschland unterscheidet sich grundlegend von der im Norden, deshalb müssen wir stark repräsentiert sein."

In nächster Zeit, so Hager, würden die SVLFG-Versicherten über die Wahlen informiert: "Antworten Sie unbedingt auf diesen Brief und lassen Sie sich ins Wählerverzeichnis eintragen, denn nur dann erhalten Sie die Wahlunterlagen." (bjp)
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