11.12.2017 - 18:34 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Kraftwerksgruppe Pfreimd investiert Gerüstet für die Zukunft

Gut gerüstet blickt die Kraftwerksgruppe Pfreimd in die Zukunft. Möglich macht dies ein innovativer Batteriespeicher. Investiert wird laut Energiekonzern Engie "ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag".

In dieser Dimension ein Pilotprojekt: Am Pumpspeicherkraftwerk Tanzmühle baut Siemens den weltweit größten Batteriespeicher. Bilder: bnr (2
von Richard BraunProfil

Immer zum Ende eines Jahres gestattet die Kraftwerksgruppe Pfreimd, die ein Teil des Energiekonzerns Engie SA ist, einen Blick auf die technischen Neuerungen, welche die Kraftwerksgruppe zukunftsfähig machen. Eingeladen dazu waren in diesem Jahr MdB Karl Holmeier, Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Bürgermeister Martin Schwandner und weitere Funktionsträger der Gemeinde. Bezeichnenderweise fand dieses Treffen am Namenstag der Hl. Barbara statt, die als Schutzpatronin der Kraftwerksgruppe verehrt wird. Viele Jahrzehnte fand an diesem Tag die Barbarafeier an der gleichnamigen Kapelle statt. Bei den häufigen Besitzerwechsel der Vergangenheit blieb diese schöne Tradition auf der Strecke. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich wieder daran zu erinnern.

Zur Stabilisierung

Kraftwerksleiterin Jasmin Amm, die seit einem Jahr an der Spitze der Kraftwerksgruppe steht, blickte nicht ganz ohne Stolz auf die großen, innovativen Ausbauschritte, die 2015 ihr vorläufiges Ende fanden und die Maschinenleistung um stattliche acht Prozent steigerten. Neben der Stromerzeugung und Stromspeicherung liegt der Fokus auf der Stabilisierung des Netzes. Dies ist besonders dem Ausbau der erneuerbaren Energien geschuldet. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 2016 die Scada-Software optimiert. Der nächste Schritt wurde bereits Anfang November angegangen. Am Standort Tanzmühle wird zusammen mit der Firma Siemens ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 12,5 MW errichtet, der in dieser Dimension ein Pilotprojekt ist. Überschüssiger Strom kann so gespeichert werden und steht für den Bedarfsfall sofort zur Verfügung.

Mit der Energiepolitik der Bundesregierung setzte sich MdB Karl Holmeier auseinander. "Den Ausstieg aus der Kernenergie nimmt keine künftige Regierung, wie sie auch heißen möge, zurück", ist sich der Abgeordnete sicher. "Welche ernergiepolitischen Schwerpunkte es in den nächsten Jahren geben wird, kommt dem Blick in eine Glaskugel gleich", verwies Karl Holmeier auf die sehr unterschiedlichen Auffassungen zu diesem Thema. Der große Unsicherheitsfaktor ist für den Abgeordneten die Zeit von Atomausstieg im Jahr 2022 bis zur Inbetriebnahme der Gleichstromtrasse im Jahr 2025. Auf die Anfrage des Abgeordneten im Wirtschaftsministerium zu diesem Thema erhielt er als Antwort: "Der europäische Strommarkt wird das schon regeln." Moderne Stromspeichertechnologien sind für den Erfolg der Energiewende von großer Bedeutung. Gerade die Investition in eine "Riesenbatterie" hält der Abgeordnete für einen wichtigen Schritt in die Energiezukunft.

"Die Engie SA ist ein französischer Energieversorgungskonzern, der voll zu dem gesteckten Zwei-Grad-Ziel der Erderwärmung steht", gab Dr. Karl-Peter Thelen, Mitglied der Geschäftsleitung, als Zielrichtung des Konzern vor. Für den Energiefachmann sind viele kleine Schritte der Weg zu einem praktischen Klimaschutz.

Mit PV-Folie

Als neueste Errungenschaft zog er eine PV-Folie heran, die in Fassaden und Dächern einen wichtigen Beitrag zur Energiegewinnung leisten kann. Energiespeicher im privaten Bereich sieht Thelen dagegen als technische Spielerei, die sich bisher nicht rechnet.

Ändern wird sich das mit dem Wegfall der Einspeisungsvergütung für PV-Anlagen. Dann sieht die Rechnung anders aus. Zwei Drittel der Energie wird als Wärme für Gebäude benötigt. Hier sieht Thelen ein großes Potenzial, Energie sparsam und nachhaltig einzusetzen. Einsparungen von 50 Prozent sind im Bereich des Möglichen. Auch die Energieberatung gehört zum Konzept des Konzerns.

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