21.05.2017 - 17:22 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Vor den Kopf gestoßen

Zwei von vier Baumaßnahmen im Gemeindegebiet sind abgeschlossen. Von der gelungenen Ausführung überzeugte sich der Gemeinderat zu Beginn der letzten Sitzung. Doch die gute Stimmung wurde durch eine Mitteilung des Bürgermeisters Martin Schwandner schnell ins Gegenteil gekehrt.

Im Anschluss an die Kläranlage soll der neue Recyclinghof entstehen.
von Richard BraunProfil

(bnr) Zuvor besichtigte das Gremium die Baustelle für den neuen Recyclinghof an der Kläranlage in Kaltental. Neue Vorschriften erfordern eine weitere Trennung der Wertstoffe bei der Abfallentsorgung. Dies hat zur Folge, dass zusätzliche Container auch zusätzlichen Platz benötigen. Der bisherige Recyclinghof stößt aber an seine Grenzen. Ein Neubau im Anschluss an die Kläranlage soll hier Abhilfe schaffen.

Mit Kreisverkehr

Mit der Planung befasste sich Landschaftsarchitekt Gottfried Blank. Die notwendigen Erdaufschüttungen wurden bereits im Zuge der laufenden Straßenbaumaßnahmen ausgeführt. Der neue Platz wird durch eine separate Zu- und Abfahrt erschlossen. Dies ermöglicht einen Kreisverkehr, der viele Vorteile bringt. Die Kosten für das Vorhaben liegen bei 100 000 Euro. Die Förderung beträgt 80 Prozent. Die Erschließung des Baugebietes "In der Lohe" durch die Firma Seebauer konnte weit vor dem geplanten Termin abgeschlossen werden. Mit der Ausführung war der Gemeinderat sehr zufrieden. Auch die Arbeiten an der Staatsstraße 2157 von Bierlhof nach Tännesberg gehen in dieser Woche zu Ende. Die Sperrung der Straße wird ab Mittwoch aufgehoben.

Bürgermeister Martin Schwandner dankte dem Obst- und Gartenbauverein für die Neugestaltung des Kirchangers. Zum bevorstehenden Skapulierfest macht die gesamte Anlage ein schönes Bild. Die Bankettmäharbeiten wurden auch in diesem Jahr wieder an die Firma Öhm vergeben. Damit die Gemeinde mehrere Arbeiten in Eigenregie erbringen kann, wird der örtliche Bauhof mit einem Radlader ausgestattet.

Plötzlich betroffen

Bis hierher verlief die Sitzung sehr sachlich und ohne Emotionen. Eine Mitteilung der Bundesnetzagentur ließ die Stimmung schnell in die andere Richtung wechseln. Im Verwirrspiel um die künftige Stromtrasse wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach der Antragskonferenz der Bundesnetzagentur soll die künftige Strom-Autobahn nun doch die Gemeinde Trausnitz tangieren. Nördlich von Weihern, Söllitz und Preppach führt die Trasse durch Gemeindegebiet.

Aus einer Alternative wurde plötzlich eine Haupttrasse und dies alles, ohne die Kommune vorher zu kontaktieren. Der Gemeinderat fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen. Ihm drängte sich der Verdacht auf, dass die ganze Sache zu einem Politikum geworden ist, bei dem eine fundierte Planung schon längst hintenan stehe. "Wer am lautesten argumentiert und den dicksten Draht nach oben hat, bestimmt die Richtung der Trasse", hieß es. Für das Gremium ist das letzte Kapitel ist sicherlich noch nicht aufgeschlagen.

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