06.04.2018 - 20:00 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Maria Boßle berichtet über Erfahrungen und Selbsthilfegruppe Nicht vor Schmerz kapitulieren

Mit Schmerzen umzugehen ist für Betroffene und auch für Therapeuten eine große Herausforderung. Nur wer Schmerz versteht, kann Strategien entwickeln, die dabei helfen, um damit umzugehen. Ist denn der Schmerz nicht nur ein Symptom für eine andere Krankheit? Diesen Fragen ging Maria Boßle in einem Vortrag nach, den der VdK Ursensollen innerhalb des Programms des Seniorennetzwerkes Ursensollen-Ammerthal angeboten hat.

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"Lassen Sie sich nicht vom Schmerz unterkriegen", lautete deren erster Rat an die interessierten Zuhörer im Kubus. Boßle selbst hat das Ehler-Danlos-Syndrom, ein angeborener Gen-Schaden. "Als kleines Kind bin ich immer und überall hingefallen, weil die Bänder locker sind", erzählte sie. Heute leitet sie die Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" in Sulzbach-Rosenberg. Die Referentin gab einen Eindruck von ihrem Leiden, in dem sie einige Aufzeichnungen aus ihrem Tagebuch vorlas, in das sie ihre Qualen und Depressionen niederschreibt. Bei wem Schmerzen zum Leben gehören, der müsse lernen, die Krankheit zu akzeptieren. "Heute kann ich mit meiner Erkrankung ganz offen umgehen", betonte Boßle. Familie, Freunde und vor allem die Musik gäben ihr Kraft und Mut, ihr Leben zu gestalten und auch anderen zu helfen.

Mitte 1960 sei die Medizin draufgekommen, dass chronischer Schmerz eine eigenständige Erkrankung ist. Erst seit Oktober 2016 müssten angehende Mediziner nachweisen, dass sie Vorlesungen und Kurse in Schmerzmedizin belegt haben, informierte Boßle. Weiter berichtete sie, dass spezielle Kliniken multimodale Therapien anbieten. Bei dieser ambulanten Behandlung, die sich über mehrere Wochen hinziehe, kombinieren Mediziner Medikamente mit Infos über die Krankheit, psychologischen Gesprächen und Entspannungsübungen. Einigen Patienten helfen Meditationen, Akupunktur oder Krankengymnastik so gut, dass sie auf Tabletten verzichten können. Von einem Schmerzpatienten spricht man laut Boßle, wenn Nervenreize ihre Warnfunktion verloren haben und ständig auf das Schmerzsystem einprasseln, weil die Ursache nicht heilt. Vor einigen Jahren gründete Maria Boßle die Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" in Sulzbach-Rosenberg. Sie ist ein Zusammenschluss von Menschen, die vor "ihren Problemen nicht kapitulieren wollen", berichtete sie. In der Gruppe verstehe man, wovon Betroffene reden, weil sie täglich Gleiches oder Ähnliches erfahren. Ziel sei es, sich gegenseitig zu ermutigen und neue Ansätze zu finden.

Weitere Informationen gibt es bei Maria Boßle (09661/29 94) oder auf der Homepage der Selbsthilfegruppe (www.shgchronschmerzsuro.jimdo.com). Zum Abschluss des Vortrages bedankte sich VdK-Vorsitzende Jutta Streher, mit einem Präsent bei Maria Boßle.

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