26.03.2017 - 13:42 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Ursensollen plant Bau eines Planetariums Sternenzauber im Hirschwald

Die Gemeinde Ursensollen greift nicht nur nach dem Unternehmenssitz der Grammer AG, sondern auch nach den Sternen. Die Gemeinde plant den Bau eines Planetariums. In der sternenklaren Nacht auf Sonntag wurde auch deutlich warum.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Volkssternwarte platzte aus allen Nähten, als Holger Berndt am Tag der Astronomie über "Zodiak - die Sternenbilder des Tierkreises" referierte. Etwa 40 Zuhörer fanden in den zwei zusammengeschraubten Baucontainern Platz, etwa noch einmal so viele Interessenten hielten sich draußen auf, und immer noch waren ganze Menschentrauben unterwegs zu der zehn Jahre alten Anlage hinter dem Fußballplatz der DJK.

"Wir wollen hier was richtig Schönes auf die Beine stellen", sagt der Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler. Er spricht von einem Planetarium mit einem kuppelförmigen Kinosaal, Vortrags- und Aufenthaltsraum, Garderobe und sanitären Anlagen. "Der Standort hat sich etabliert. Er ist auch wegen der geringen Luft- und Lichtverschmutzung im Hirschwald ideal."

Baubeginn Frühjahr 2018

In der vergangenen Woche stellte der Vorsitzende des Fördervereins Volkssternwarte Amberg-Ursensollen, Professor Dr. Matthias Mändl, das Konzept im Gemeinderat vor, und das Gremium zeigte sich begeistert. Auch wegen der Finanzierung. "Nach Rücksprache mit der Regierung der Oberpfalz stehen für das Projekt Mittel aus Fördertöpfen der Europäischen Union zu Verfügung", erklärt Mädler.

Im Idealfall könnten die Kosten für das Planetarium mit 75 Prozent gefördert werden. Bei einer veranschlagten Gesamtsumme von rund 800 000 Euro käme auf die Gemeinde dann nur noch ein Betrag von 200 000 Euro zu. "Dafür bekommen wir dann aber einen kleinen Leuchtturm für den Tourismus in der Region." Nachdem der Gemeinderat grünes Licht gegeben hat, erfolgt jetzt die Ausschreibung der Planung. "Wenn alles wie vorgesehen voranschreitet, können wir im nächsten Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen und an Weihnachten dann den Stern von Bethlehem schon mit dem Teleskop suchen", zeigt sich Mändl zuversichtlich.

Die riesigen Fernrohre kamen auch am Samstagabend zum Einsatz. Für die Sterngucker herrschte ideales Wetter. Allerdings hatte der Nachthimmel ausnahmsweise wenig Spektakuläres zu bieten. Der Mars senkte sich bereits Richtung Horizont, der Jupiter war noch nicht aufgegangen. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Der hellste Stern, der derzeit am Ursensollener Firmament leuchtet, ist ohnehin der Plan für das neue Planetarium.

Kometenhafte Kooperation

Angemerkt von Uli Piehler

"Weißt Du, wie viel Sternlein stehen?" Man hört sie schon singen, die Vorschulkinder, auf dem Weg zum neuen Planetarium. Das Kino-Himmelszelt in Ursensollen dürfte nicht nur für kleine Sterngucker eine Attraktion werden. Es hat das Zeug zu einem echten Aushängeschild für die ganze Region.

Nordbayern ist in Sachen Astronomie ziemlich unterversorgt. Ganze drei Planetarien gibt es bisher in Franken und der Oberpfalz. Ein großes in Nürnberg und je ein kleines in Hof und in Dieterskirchen im Landkreis Schwandorf. Der Förderverein Volkssternwarte hat diese Lücke schon lange erkannt und mit Franz Mädler einen Bürgermeister gefunden, bei dem er offene Türen einrennt.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wird aus den Neubauplänen jetzt ein Projekt zur Tourismusförderung. Mit dem netten Nebeneffekt, dass - wenn alles glatt über die Bühne geht - die EU drei Viertel der Kosten übernimmt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Vielleicht singen die Himmelsbeobachter ja "Ein Stern, der deinen Namen trägt" dazu. Egal, wie das Planetarium letztendlich heißt.

Volkssternwarte Amberg-Ursensollen

Vor 29 Jahren gründete sich der Förderverein Volkssternwarte Amberg-Ursensollen, der mittlerweile über 70 Mitglieder hat. Zuerst bauten die Sterngucker ihre Teleskope auf der Panzerplatte bei Fuchsstein auf. 1998 folgte dann der Umzug nach Ursensollen. Am westlichen Ortsrand, etwa 300 Meter hinter dem Fußballplatz der DJK, planierten die Vereinsmitglieder ein etwa 600 Quadratmeter großes Areal, stellten mehrere Baucontainer auf, montierten die Technik und richteten einen Vortragsraum ein. Die Finanzierung des Vereins erfolgt durch Spenden von Besuchern und Sponsoren. Für die Öffentlichkeit ist die Einrichtung während der Sommerzeit jeden Freitag um 21 Uhr zugänglich.

Wenn alles wie geplant voranschreitet, können wir im nächsten Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen und an Weihnachten dann den Stern von Bethlehem schon mit dem Teleskop suchen.Professor Dr. Matthias Mändl, Volkssternwarte Amberg-Ursensollen

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