Evangelische und katholische Erwachsenenbildung im Reformationsjahr
Lucas Cranach - Vater und Sohn in Rebellion

Schlussszene: Vierstimmiger Gesang, der unter die Haut geht von Gitti Rüsing, Sybille Mantau, Manuel Unterburger und Jürgen Peter
Kultur
Ursensollen
15.10.2017
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Die theologischen Gedanken Martin Luthers waren Kernaussagen des Stücks "Lucas - Maler zu Wittenberg und das Abenteuer der Reformation", das das Publikum zum Nachdenken brachte. Die Veranstalter - evangelische Kirchengemeinden, Gemeinde Ursen-sollen, Katholische Erwachsenenbildung und Evangelisches Bildungswerk - hatten dazu ein Bild- und Musiktheater der Landesbühne Oberfranken ins Kubus geholt.

Exzellente Schauspieler, Sänger und Musiker versetzten das Publikum ins Jahr 1546, in der Eingangsszene ins Atelier von Vater und Sohn Cranach. Mit ihrer Leidenschaft zum Beruf und ihrer christlichen Einstellung waren sie sich sehr ähnlich, doch auch im Generationenkonflikt. "Wird uns unser Handwerk schützen?", fragten sich beide. Vor allem der Ältere hatte zu jener Zeit einen sehr guten künstlerischen Ruf, aber durch seine Bilder und Pamphlete war er eben auch ein Propagandist der lutherischen Reformation.

Mit Projektionen von Gemälden waren die Bühnenbilder an wechselnden Orten und in den Zeitabfolgen perfekt und die Agierenden in "normaler" Kleidung wirkten dennoch oder gerade deshalb authentisch. Es ging um Ideale jener Zeit, in der nicht nur die Pest, sondern vor allem die religiöse Einstellung der Regierenden die Menschen in Angst und Schrecken versetzten. Mit Textpassagen wie dem Luther-Zitat "Aus einem traurigen Arsch kommt niemals ein fröhlicher Furz" oder "Wisst ihr Melanchthon, vielleicht solltet ihr mehr auf die Frauen hören" lockerte Jan Burdinski - Texter und Regisseur - die Inszenierung auf.

Er gab dem Publikum in seiner Konzentration auf Gehalt und Tiefe des Stücks die Möglichkeit zu lachen und auch zu spontanem Applaus. "Schütze uns der Herr vor Hochmut, segne er uns mit Humor" war ebenfalls ein Satz, der allzeit gilt. Mit anhaltendem Beifall drückten die Besucher ihre Begeisterung für das lehrreiche Theater aus.
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