Lisa Fitz mit ihrem Programm „Weltmeisterinnen – gewonnen wird im Kopf“ in Ursensollen
„Musst nur keine Ahnung haben“

Wunderbar wandelbar. So präsentierte sich Lisa Fitz mit ihrem Programm dem Publikum im Kubus in Ursensollen. Bild: brü
Kultur
Ursensollen
01.01.2017
112
0

Was für eine Bühnenpersönlichkeit. Was für eine Ausstrahlung. Was für eine höchst gelungene Darbietung. Oder mit einem Satz: Lisa Fitz war da.

Kubus-Chefin Verena Sägenschnitter hatte die Kabarett-Ikone mit ihrem Programm "Weltmeisterinnen - gewonnen wird im Kopf" eingeladen. Und Lisa Fitz riss mit einem vielfältig gelungenen Auftritt das Publikum mit .

Vor fast ausverkauftem Haus verkörperte Lisa Fitz, die "Speerspitze des Frauenkabaretts" aus Bayern, für Bayern in ihrem gut zweistündigem Programm alles, was dem Durchschnittsbürger aktuell auf der Seele liegt. Vier Frauen sind Weltmeisterinnen in ihrem Universum und wissen ganz genau wo's hakt - ob Gesellschaft, Ehe oder Politik. Die Weltmeisterinnen sagen, was Kindern, Männern, Frauen und Staatslenkern im 21. Jahrhundert fehlt.

Die erste Fitz-Rolle auf der Bühne, als Putzfrau Hilde Eberl, könnte dabei direkt aus der Lindenstraße stammen. Wie man einfach redet, in den Münchner Vororten, über Politik oder Polizei, über Flüchtlinge oder Streiterei. Punktgenau setzte sie ihre verbalen Stiche: "Politik und Polizei - leckt's mi am A..., alle zwei."

Nein. Ausdrücklich wurden weder Polizei noch Staatsträger von Lisa Fitz beschimpft. Es passte einfach dazu, passte in ihren Blick auf die Gesellschaft. "Da stellst zwei Gartenzwerge auf, dass sich dann auch der dritte Nachbar über den nicht vorhandenen beschweren kann."

Anzumerken ist, dass diese Aussage mit viel Sarkasmus verbunden war, also vor Gericht nicht verwertbar. Denn sonst könnte man Lisa Fitz auch als Spionin verklagen. Geheimagentin Olga Geheimnikowa gab da einen kleinen Einblick in die Unterschiede der Länder: "Wenn's dir in Deutschland schlecht geht, trinkst Wasser. Und dann springst von der Brücke. Wir Russen trinken Wodka, da liegen wir lediglich drunter."

Auch als Journalistin Inge von Stein oder als CSU-Abgeordnete setzte Lisa Fitz ihre Treffer: "Demokratie hierzulande ist, wie wenn vier Füchse und ein Hase bestimmen, was es zum Abendessen gibt." Nach vielen Lachern und Dauerapplaus setzte das von Konstantin Wecker geschriebene Lied "Nacht wird's" einen nachdenklichen Schlusspunkt. Oder jedenfalls fast, denn die Leute mit einem sanften Lied zu verabschieden, das liegt der Fitz einfach nicht. Da durfte es dann zum Abschluss noch ein Seitenhieb auf die Politik sein: "Umweltministerin kannst in Bayern leicht werden. Musst nur keine Ahnung haben und am Land wohnen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.