06.05.2018 - 14:44 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Ohrange begleitet Richie Necker und Friends nach Ursensollen Der halbe Odysseurs im Kubus

Pars pro toto. Ergo: Solo. Es ist nur ein halbes Schmankerl, das Richie Necker dem Publikum im Kubus als Warm-Up zur Überraschung präsentiert. Und Ohrange, ein bayerisches Duo, steht ohne Percussion auf der Kubus-Bühne. Dafür musiziert Manuel Meier für zwei.

Die menschlichen Schwachstellen besingt er diesmal solo in "Kryptonit". Schade, dass sein Bro Basti ihn nicht unterstützen konnte. (Bild: dwi)
von Dagmar WilliamsonProfil

Ursensollen. (dwi) Südländischer Typ wird vom Haupt-Akt Richie Necker als "Ohransche" mit französischem R vorgestellt. Manuel Meier wurschtelt auf der Bühne mit Mikrofon und Verstärkerkabel, hängt sich seine Gitarre um und begrüßt das Publikum: "Servus. I gfrei mi ja gscheid!" Alles, außer den bayerischen Dialekt, erwarten die Gäste und müssen lachen. Die halbe Orange lacht mit.

Dass sich Meier das Gitarrenspiel vor elf Jahren selber beibrachte, hört das geübte Ohr nicht. Gutaussehend, charmant, markante Stimme und Lieder, die aus seinem Herzen kommen. "Du bist der Regisseur in deinem Leben. Du bist der Autor, der die Geschichten schreibt". Kleine Weisheiten stecken in den Texten der Regensburger Band. Für den 28-Jährigen ist unmenschliches Verhalten das Schlimmste. "Ich verstehe einfach nicht, wie man sich gegenseitig etwas antun kann", sagt der Sänger und entführt in die musikalische Poesie von Freundschaft, Lehren und menschlichen Schwachstellen.

Mitreißende Kehrreime und hinreißende Melodien lösen beim Zuhörer Wohlfühlmomente aus. Auch Schwungvolles gibt der Sänger zum besten. "Mobile" ist ein Lied über bayerisches Lebensgefühl auf dem Weg von Regensburg nach Palermo, bespickt mit Metaphern - wundervoll erfrischend mit viel guter Laune. Ohrange darf nicht verschlafen werden. Das Duo garantiert Radio-Dauerbrenner durch eigens komponierte Ohrwürmer im breitem Spektrum der dialektvollen "Ohransche" - im positiven Sinn. Wer es noch nicht kennt, der findet Manuel Meier und seinen Bro Basti beim Craft-Beer-Festival in Regensburg am 9. Mai oder bei "Weiden träumt" im Juli.

Eine andere Show, die ihnen keiner einfach stehlen kann, bieten Richie Necker & Friends, Erich Parzefall und Jochen Benkert. Den musikalischen Nektar könnte man auch den "Oberpfälzer Boss" nennen. "The Boss" ist der Spitzname von Bruce Springsteen, der in den 70er Jahren entstanden ist. Keiner Wunder, dass eine Darbietung ihrer Version von "I'm on fire" nicht fehlen durfte. Zwischen Country, Western und Rock bewegt sich der Sound von Richie Necker in dieser Formation - mit Ausflügen in andere Genres, die harmonisch in ihren Klängen übergreifen.

Sein Gitarrenspiel ist außergewöhnlich gut, kreativ und voller Hingabe. Er liebt, was er tut und projiziert sein Gefühl und seine Worte auf das Publikum. Eine perfekte Darbietung über all die unvollkommenen Situationen im Leben. Aus seinem Album "Odysseus" besingt er das Kennenlernen und trauert über Abschiede. Es ist ein lebenserfahrener Profi am Werk, der europaweit tourt und in drei Sprachen seine Lyrik verbreitet. Auch der gebürtige Amberger verdient mehr wiederholende Spielzeit im Radio. Die Hörer würden es mit Einschaltquoten belohnen.

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