04.02.2018 - 10:52 Uhr
Ursensollen

Toni Lauerer präsentiert sein Kabarett-Programm Lauter Deppen im Kubus

Gleich am Anfang kam der Hinweis, dass jeder ruhig "zum Pieseln" gehen kann. Dieser Ratschlag war absolut gerechtfertigt, denn Toni Lauerers G'schichterln aus dem Programm "Lauter Deppen" sorgten im Kubus für ordentlich Anspannung im Bauchraum und vor Lachen tränenden Augen.

Toni Lauerer zeigt dem Publikum, was er in Sachen Körperwahrnehmung auf der Kur machen sollte. Dabei konnte keiner mehr ernst bleiben. Bild: tat
von Tatiana SichelstielProfil

Schwiegertochter gesucht

58 Jahre alt, Beamter, viel Körper und wenig Haar - Toni Lauerer ist ein ganz normaler Mann. Genau so sind auch seine Geschichten, in denen sich jeder wiederfinden kann. Irgendwo lauern immer Deppen. Früher in der Schulzeit oder heutzutage im Zielgruppen-Fernsehen. Besonders schlimm: Schwiegertochter gesucht. Das sei "der Untergang der weißen Rasse". Und Lauerer kostete es dann ordentlich aus, wie sich die Mutter, der zaundürre Bou und die "wamperte Tätowierte", die zur Schwiegertochter in spe auserkoren wurde, zum Deppen machen. Besonders die Badewannenszene ließ das Publikum vor Begeisterung fast kreischen. In schönster Anschaulichkeit schmückte Toni Lauerer den Moment aus, wenn die Wamperte sich in die voll eingelassene und mit Teelichtern hübsch dekorierte Wanne begibt. "Die Teelichter han gflogn! Am Dog vorher hob i a Sendung übers Okavango-Delta gsehn, wie sich a Nilpferd gesuhlt hat. Des war doch a Wiederholung."

Auch seine präzise Beschreibung des Parkplatzchaos' mittags an Grundschulen ließ die nächsten Deppen vor dem inneren Auge erscheinen: die Mütter von Kevin und Soraya, die mitten auf der Straße den Opa mit dem Bulldog und dem Güllefass aufhalten und über Noten schwadronieren, die garantiert mit der NHL-Methode geschönt sind, also mittels Nach-Hilfe-Lehrer.

Stange Salami in der Hose

Nach der Pause legte der Oberpfälzer sogar noch eine Schippe drauf. Dabei schoss die Erzählung über seinen Kuraufenthalt definitiv den (Lach)-Vogel ab. Wirklich jeder hatte den dicken Herrn Dürr im Kopf, der immerzu schnarchte und aufgrund seiner Ausmaße in der Dusche stecken blieb. Auch das Bild einer Stange Salami, die sich der deutlich übergewichtige Mann als Notfallration vor einer Therapiestunde in die Jogginghose stopfte, löste im Kubus unbändige Heiterkeit aus. Und als Therapeut Jörn, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Körperwahrnehmung, auf den Plan trat, gab es kein Halten mehr. Mit hochdeutsch sprechender Stimme mimte Lauerer den offensichtlich übergeschnappten und weltfremden Körperpapst, der mit Phrasen wie "Wer kennt seinen Körper?" oder "Wir müssen das Chi wecken, das Chi schläft!" sowie aberwitzigen Übungen versuchte, seinen Patienten zu mehr Körperbewusstsein zu verhelfen. Zu viel für Lauerer, aber gerade gut für seine Fans.

Unter frenetischem Applaus verabschiedete sich der sichtlich erfreute Kabarettist und gab noch eine Zugabe mit weiteren urkomischen Erzählungen und einem angeblich blöden Witz, wie er sagte. Aber auch der traf voll ins Schwarze. Denn G'schichterln erzählen, das kann der Lauerer Done. So gut, dass eine Frau aus dem Publikum beim Rausgehen stöhnte: "So viel gelacht hab ich scho lang nimmer an einem Stück".

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