21.08.2014 - 00:00 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Nach Vertreibung und Flucht finden sich Ursula und Rudolf Frenzel wieder - Diamantene Zufällig stranden beide in Theuern

Bürgermeister Franz Mädler (rechts) gratulierte Rudolf und Ursula Frenzel zur diamantenen Hochzeit. Bild: ua
von Autor UAProfil

Diamantene Hochzeit feierten Ursula und Rudolf Frenzel aus Ursensollen. Bürgermeister Franz Mädler gratulierte dem Jubelpaar und überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde sowie von Landrat Richard Reisinger.

Rudolf Frenzel wurde 1930 in Leisnitz (Oberschlesien) geboren. Als 15-Jährigem blieb ihm die Vertreibung und Flucht quer durch ganz Deutschland nicht erspart. In den Kriegswirren verlor er den Kontakt zu seinen Eltern. An Weihnachten 1945 erfuhr er, dass diese in Theuern eine neue Heimat gefunden hatten. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Amberg war er in Kümmersbruck, Ammersricht, Großschönbrunn, Raigering, Rieden, Ursulapoppenricht, Floß, Püchersreuth, Winbuch, Hohenkemnath und Theuern tätig. 1956 erhielt er eine feste Anstellung an der Volksschule Süß. 1969 wurde er nach Ursensollen versetzt und 1970 hier zum Rektor ernannt. Nach 40-jähriger Dienstzeit trat er 1993 den Ruhestand an.

Ursula Frenzel ist eine geborene Müller und stammt 1933 aus Leobschütz in Oberschlesien. Sie wuchs mit einer Schwester auf, besuchte die Schwesternrealschule in Amberg und war bis zur Geburt des ersten Sohnes als Sekretärin in der Bayerischen Grenzland Glasindustrie tätig. Später war sie Sachbearbeiterin bei der Firma Schmieding und Posthalterin in Ursensollen. Kennengelernt haben sich die beiden bereits in Leisnitz in Oberschlesien. Nach der Flucht kamen die Familien zufällig nach Theuern und das Jubelpaar traf sich hier wieder. Seit 1950 sind die beiden ein Paar, 1954 heirateten sie in Theuern. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Mittlerweile können vier Enkelkinder ihren Großeltern zum 60-jährigen Ehejubiläum gratulieren.

Rudolf Frenzel war öffentlich sehr engagiert. Er betreute die Katholische Landjugend und war Gemeindeschreiber in Süß. Seit 1951 ist er Mitglied des bayerischen Lehrerverbands und Ausschussmitglied für Schulpolitik und Berufswissen. Dem Personalrat gehörte er seit 1974 an, war bis 1986 dessen Vorsitzender. Von 1978 bis 1992 war er Personalratsvorsitzender der Lehrer im Landkreis, von 1960 bis 1985 Zug- und Bereitschaftsführer im Katastrophenschutz im Landkreis, von 1984 bis 1990 Kreisrat und Mitglied im Personal- und Jugendwohlfahrtsausschuss, von 1975 bis 1985 2. Vorsitzender der DJK Ursensollen.

Seit 1957 ist er Mitglied der CSU und war auch Vorsitzender des Ortsvereins Ursensollen. Außerdem leitete er über Jahrzehnte den Kirchenchor und machte den Organistendienst. Für den unermüdlichen Einsatz in Pfarrei und Gemeinde wurde Rudolf Frenzel 2003 als erstem Gemeindebürger die große Verdienstmedaille Ursensollens verliehen. Ursula Frenzel leitete jahrelang die Kolping-Frauengruppe.

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